Pollo no es carne –  la comida tipica paraguaya (Hühnchen ist kein Fleisch – typisch paraguayisches Essen) 

Nun der längst überfällige Beitrag über paraguayisches Essen. Essen spielt nämlich eine wirklich wichtige Rolle in diesem Land. Ein Bekannter meiner alten Gastfamilie meinte einmal: „El pais es muy pequeño pero el corazón es grande y la panza también.“ (Das Land ist sehr klein aber das Herz ist groß und der Bauch auch.) Eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel ist Fleisch, was für mich als ehemalige Vegetarierin eine große Umstellung war. Was anfangs für Verwirrung sorgte ist, dass das Wort carne (Fleisch) nur für Rindfleisch verwendet wird und Hühnchen eben nur als „pollo“, nicht aber als carne bezeichnet wird. Im Folgenden werde ich einige typisch paraguayische Speisen vorstellen, die ich natürlich alle schon probiert habe:

Sopa Paraguaya: 

Hierbei handelt es sich nicht um eine Suppe, was häufig für Verwirrung sorgt, sondern um einen Auflauf aus Maismehl, Milch, Zwiebeln, Käse und Eiern. Sie gilt als Nationalgericht und wird oft als Beilage gegessen. 

Chipa Guazú:
Ähnelt der Sopa Paraguaya. Auflauf aus gequetschtem jungen Mais, Öl, Eiern und manchmal Käse. 

Asado

=Gebratenes, Braten; ist ein typisches Sonntagsessen in vielen Familien. Es wird sehr viel Fleisch, manchmal auch Würstchen und Geflügel gegrillt. Als Vegetarier kann man froh sein, ein Stück Sopa oder ein wenig Salat abzubekommen. 

Mandioca 
Gekochte, kartoffelähnliche Beilage, die zu den meisten Mahlzeiten serviert wird. 

Guiso 

Eine Art Eintopf aus Fleisch, Gemüse, Reis oder Nudeln 

Empañadas

Gefüllte Teigtaschen (Häufige Füllungen: Fleisch, Hühnchen, Schinken und Käse oder Mais) 

Borí-Borí

Gemüse Suppe mit Maisklößchen

Chipa:

Gebäck aus Maismehl, Käse, Eiern, Schmalz. Typische Form ist ein runder Kringel mit Loch in der Mitte. Chipa wird fast überall auf den Straßen verkauft, häufig werden sie von den Verkäufern in einem Korb auf dem Kopf getragen. Auch in die Busse steigen die Verkäufer ein. 

Mbeju
Vergleichbar mit einem Pfannkuchen. Der Teig besteht aus Mandiokmehl, Butter, Käse und ein wenig Milch 

Tortilla 
Der Teig besteht aus Eiern, Mehl, Milch, Petersilie, Käse und Salz. Er wird anschließend in Öl ausgebraten. 

Wie man vielleicht feststellt, ist das paraguayische Essen sehr kohlenhydrathaltig und schwer, aber sehr, sehr lecker!! Was ich bei meinen Gastfamilien festgestellt habe ist, dass oft kein Wert darauf gelegt wird,  gemeinsam zu essen oder gemeinsam anzufangen. So wird beispielsweise nicht gewartet, bis jeder etwas auf dem Teller hat. Auch werden Getränke, vorallem Wasser oft erst nach dem Essen und nicht zum Essen dazu getrunken.  

El Teréré (Nationalgetränk Paraguays) 

Der Teréré, längst Bestandteil meines paraguayischen Alltags, hätte eigentlich schon viel früher erwähnt werden müssen. Es ist ein teeartiges Getränk, das ich vorallem bei der Hitze der letzten Wochen täglich trinke. Für die Zubereitung wird Wasser mit viel Eis in einen „Thermo“ gefüllt, so nennt sich der Behälter. Weiterhin gibt es die „guampa“, den Becher, der mit „Yerba“ (Kräuter) gefüllt wird. In die yerba wird die „bombilla“ gesteckt, ein löffelförmiger Strohhalm, aus dem getrunken wird. Teréré eignet sich nicht nur um großen Durst und Appetit zu stillen, er wirkt auch harntreibend und kräftigend, enthält Eisen, Calcium, Vitamin A und B und soll die Intelligenz sowie den Muskelaufbau fördern. Neben den medizinischen Vorteilen, steht aber vorallem der soziale Aspekt im Vordergrund. Meist sitzt man zum Trinken in einem Kreis zusammen. Traditionell ist es die Aufgabe des Jüngsten, Wasser aufzugießen und die Guampa an die Person neben ihm zu reichen. Diese trinkt den Becher  leer (es sind nicht mehr als 2 bis 3 Schlucke) und gibt ihn zurück. Es wird erneut aufgefüllt und an die nächste Person weiter gereicht. Wenn man nicht mehr trinken möchte, sagt man „gracias“ und man wird von da an immer übergangen. Das Teréré trinken läuft wie nebenbei. Man sitzt beisammen und unterhält sich über alles mögliche. Überall sieht man Leute mit Thermos, sei es auf der Straße, im Bus oder auf der Arbeit, soziale Unterschiede gibt es hierbei nicht. Auch ich habe mir im Januar meinen eigenen Thermo gekauft, der mich nun fast überallhin mitbegleitet. Wenn es morgens kalt ist, wird Mate getrunken, dabei wird heißes Wasser und manchmal Zucker verwendet. In Argentinien und Uruguay wird statt des Terérés überwiegend Mate getrunken. 

Mein Thermo, links sieht man die Guampa mit der Bombilla darin. Auf der Vorderseite ist ein Ňanduti auf meinem Thermo, eine nicht geklöppelte Spitze, die einem Spinnennetz ähnelt und eine typisch paraguayische Handwerkskunst ist. Das Wort kommt aus dem Guaraní, Ňandu=Spinne. 

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