Mi trabajo de los ultimos meses (Meine Arbeit der letzten Monate) 

Ich habe nun schon eine ganze Weile nichts mehr von meiner Arbeit berichtet. Die Arbeit in der Vorschule seit Februar macht mir sehr viel Spaß. Dadurch, dass ich die Sprache zu dem Zeitpunkt schon besser konnte, hatte ich viel schneller eine enge Beziehung zu den Kindern. Auch in der Vorschulgruppe frühstücken die Kinder und danach machen wir meist etwas Unterricht (die Vokale und Zahlen, gerade sind wir bei der Zahl 4) und geben den Kindern Aufgaben in ihren Heften. Dadurch, dass wir keine Bücher mit Aufgaben haben, müssen wir alles selbst gestalten. Wir schreiben den Kindern also beispielsweise das A eine Reihe lang in ihr Heft und malen einen Baum dazu, und sie sollen den Buchstaben dann selbst in der nächsten Zeile schreiben. Ein Problem ist allerdings, dass meine Kollegin den Buchstaben gar nicht wirklich erklärt sondern die Kinder mehr oder weniger schreiben lässt wie sie möchten. So haben sich viele etwas falsch angewöhnt, und schreiben zum Beispiel den Kreis des kleinen a falsch rum. Bei gutem Wetter sind meistens an die 30 Kinder da, so ist es für mich sehr schwierig ihnen währenddessen alles zu erklären. Bis ich bei allen Kindern gewesen bin, sind viele schon mit der Aufgabe fertig und man ist zu dem ständig damit beschäftigt den Kindern neue Aufgaben in die Hefte zu malen… Meine Kollegin nutzt jede „freie“ Minute, um die Hausaufgaben in 35 Hefte zu malen, die die Kinder Freitags mitnehmen… 

Ungefähr einmal in der Woche habe ich eine kleine Unterrichtsstunde gegeben, um etwas über Deutschland zu erzählen und den Kindern ein paar deutsche Wörter beizubringen. So habe ich ihnen auch das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ auf spanisch übersetzt und vorgelesen. 

Zeichnung eines Kindes: Die kleine Raupe nimmersatt 

Auch ein deutsches Lied haben wir gelernt, ein Märchen aus Afrika behandelt und uns die Weltkarte angeschaut. Heute haben wir noch die Kinderrechte behandelt. 

Seit April kommt auch zweimal in der Woche ein Musiklehrer für eine Stunde, der mit den Kindern singt und Musikinstrumente wie Rasseln und Triangeln mitbringt. 

Nach dem Unterricht putze ich mit den Kindern die Zähne, ich habe Zahnbürsten für alle Kinder gekauft um endlich damit anfangen zu können… Viele der Kinder haben sehr schlechte Zähne und klagen oft über Zahnschmerzen. Danach geht es in den Park zum Spielen. In dieser Zeit bin ich mit den Kindern alleine, da meine Kollegin Mittagspause macht. Hier spielen wir mit Bällen, die Kinder können mittlerweile sogar etwas Volleyball und spielen seit kurzem endlich mit dem Sandspielzeug und den Springseilen, die meine Eltern und meine Tante mitgebracht hatten. Danach gibt es Mittagessen und danach beginnt der Mittagsschlaf, ja, auch die Vorschulkinder schlafen hier… Manche mehr und manche weniger. Anschließend gibt es noch eine kleine Mahlzeit und die Kinder werden abgeholt. Der Ablauf ist also ganz ähnlich wie im Vorkindergarten. Und ich stelle sehr große Unterschiede zum Kindergarten in Deutschland fest. In meiner Kindergarten Zeit hatte ich das Gefühl, dass wir viel mehr frei gespielt haben. Auch gab es natürlich keinen Mittagsschlaf. Hier müssen die Kinder sehr oft still sitzen und den Kopf „zum ausruhen“ auf den Tisch legen, während darauf gewartet wird, dass es weiter geht oder beispielsweise die Aufgaben vorbereitet werden. Bin ich kurz alleine mit den Kindern, ist es sehr schwer sie ruhig zu halten, sie fangen an rum zu rennen, alles anzufassen und steigen auch teilweise auf die Tische. Viele Kinder bekommen von ihrem familiären Umfeld sehr wenig Regeln und Grenzen gesetzt. Viele benutze schlimme Schimpfwörter (teilweise auch ihrer Mutter gegenüber) und werden sehr schnell aggressiv. Es gibt auch einige Kinder, die Auffälligkeiten im Verhalten zeigen:
Da gibt es den Jungen, der die ersten paar Monate immer hinter einem Baum sitzen geblieben ist, wenn wir im Park waren. Es gibt immer noch Tage, da kommt er und setzt sich erstmal in der Hocke neben die Tür. Beim Laufen hält er fast immer den Kopf gesenkt. Umso kostbarer sind für mich die Momente, in denen er mit den anderen Ball spielt und lacht. 

Da gibt es den Jungen, den du nicht von den Spielzeugen los bekommst. Nimmst du ihm ein Spielzeug weg, da die Lehrerin gerade etwas an der Tafel erklärt, wirft er sich in Kauerhaltung auf den Boden und fängt an zu schreien.

Da gibt es den Jungen, der mit 5 Jahren noch am Daumen lutscht, und den, der total ruhig wirkt und im nächsten Moment ohne Grund einen Kameraden schlägt. 

Das sind nur einige Beispiele. Auch das Mittagessen ist oft sehr emotional für mich. Da gibt es Kinder, die nicht essen wollen und die man füttern muss. Ein Junge möchte nicht essen, weil seine Mutter ihm zuhause erzählt er dürfe nicht so viel essen, weil es nicht genügend gibt. Während andere ihren Teller bis auf den letzten Tropfen auslecken, nach mehr Essen schreien und wie die Geier darauf lauern, etwas von anderen abzubekommen, die nicht alles essen möchten. Für mich ist es sehr schwer, das alles in Worte zu fassen, und merke gerade mit Schrecken, wie normal das alles mittlerweile für mich ist. 

Im November hatte ich die Gelegenheit mit der Mutter eines Kindes und den 3 anderen deutschen Freiwilligen, die damals da waren, in das Viertel zu gehen, in dem viele unserer Kinder wohnen. Viele der Kinder leben in einer sehr prekären Situation, direkt am Ufer des Río Paraguay, wodurch es häufig zu Überschwemmungen kommt. Viele Familien leben nur in einem Raum, wodurch die Kinder sehr viel mitbekommen, was eigentlich nicht für sie geeignet ist. Auch Gewalt innerhalb der Familie kommt häufig vor. Heute erzählte mir ein Kind, dass sein großer Bruder im Gefängnis ist, weil er seinem Vater einen Gegenstand gegen den Kopf geschlagen hat. Vor etwa 3 Wochen hielt unsere Direktorin einen Vortrag für die Eltern über Gewalt in der Familie und gab ihnen Raum, sich über Erfahrungen auszutauschen. 

Hier sieht man wie hoch das Wasser steht, wenn es zu Überflutungen durch den nahegelegenen Fluss kommt 

Insgesamt liebe ich meine Arbeit. Es ist nicht immer einfach, aber ich habe die Kinder und meine Kollegen sehr ins Herz geschlossen und fühle mich als Teil eines Teams. Umso schwerer wird der Abschied werden…
Meine Gruppe seit Februar 

Seit 3 Wochen wird ein neuer Raum gebaut, in dem Kurse für Mütter stattfinden werden, in denen ihnen beispielsweise Handarbeiten beigebracht werden, die sie verkaufen können. Dieses „Miniprojekt“ wird von der deutschen Botschaft finanziert. 

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