De regreso en Alemania (Zurück in Deutschland)

Seit nun gut drei Wochen bin ich wieder in Deutschland. Das Jahr ist unglaublich schnell vergangen. Ein Jahr voller Höhen und Tiefen, in welchem ich Paraguay mit allem drum und dran kennen und lieben gelernt habe. Ich war Teil drei verschiedener Familien und konnte ganz unterschiedliche paraguayische Lebensweisen kennen lernen. Ich bin meinen Familien zutiefst dankbar für alles, was sie für mich getan haben und vor allem für ihre Geduld. Denn natürlich war es nicht immer einfach. Und doch habe ich die Entscheidung nie bereut und würde immer wieder so entscheiden. Mein Projekt und meine Kollegen sind mir sehr ans Herz gewachsen, ich hatte die Möglichkeit Dinge zu erleben und zu erfahren, die ich andernorts nie erlebt hätte. Ich fand neue Freunde, drei neue Familien und ein Zuhause auf der anderen Seite der Welt. So viel es mir sehr schwer, Paraguay und mein Leben dort hinter mir zu lassen und in Deutschland wieder neu anzufangen.

Über manche Dinge habe ich bei der Rückkehr nach Deutschland tatsächlich genauso gestaunt, wie bei meiner Ankunft in Paraguay. Das Toilettenpapier wird hier tatsächlich in die Toilette geworfen. Aus den Duschen kommt durchgehend heißes Wasser. Im Auto schnallt man sich an. Am Zebrastreifen wird angehalten. Es gibt Fußgängerampeln, um die Straße zu überqueren und die Leute warten tatsächlich bis grün wird. Es gibt Bushaltestellen und Fahrpläne, die (meistens) eingehalten werden.  All dies und vieles mehr war in Paraguay nicht selbstverständlich. Und doch hat man sich daran gewöhnt – ja ist am Ende des Jahres Normalität gewesen. Und war dann eben einfach mein Leben.

Zurück in Deutschland empfing mich meine Familie am Flughafen. Das Wiedersehen war sehr schön, und auch meine Freunde nach so viel Zeit wieder zu treffen, ist unbeschreiblich.

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Nun bleibt die eine Frage: Was hat das Jahr für mich, aber vor allem für andere, gebracht?

Ich weiß, dass ich in diesem Jahr als einzelne Person nicht viel bewegen konnte und wahrscheinlich für mich selbst und für mein Leben wesentlich mehr gelernt habe, als ich den Menschen vor Ort geben konnte. Und doch habe ich vielleicht das eine oder andere Herz eines Erwachsenen oder Kindes berührt, konnte erzählen, dass Deutschland in Europa liegt und man mit dem Euro zahlt, dass es im Winter sehr kalt ist und die Kinder hier Schneemänner bauen. Dass unsere Fahne die Farben schwarz, rot, gold trägt und wir unser Bier tatsächlich „warm“ trinken (in Paraguay ist es eisgekühlt, wie alles, bei über 40 Grad im Sommer).  Das alles sind vielleicht nur Kleinigkeiten und doch hatte ich das Gefühl, Teil eines Austausches zu sein. Ein Austausch von Kultur. Von Lebensweisen. Von Denkweisen. Von Gewohnheiten. Und das wir von und miteinander gelernt haben.

Das vergangene Jahr hat mich nun letztendlich auch zu meiner Studienwahl geführt: Ab Oktober werde ich Internationale Soziale Arbeit in Freiburg studieren.

Ich freue mich wie immer über Fragen und Anregungen und möchte mich an dieser Stelle auch bei euch, liebe Leser und Leserinnen ganz herzlich bedanken. Als Bloggerin bleibt für mich nur die Hoffnung, dass doch der ein oder andere meine Beiträge verfolgt hat, und dass ich das ein oder andere kleine Stück Paraguay nach Deutschland bringen konnte!

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