Perú y Bolivia – Dos países andinos (Peru und Bolivien – Zwei Andenländer)

So schnell vergeht die Zeit, ich bin nun schon seit gut drei Wochen wieder in Deutschland. Hinter mir liegt ein spannendes Jahr voller neuer Erfahrungen und neuer Bekanntschaften.

Nach meinem letzten Arbeitstag am 30. Juni, ging es ans packen. Schlussendlich stand dort mein Reise Rucksack, der mich fast einen Monat durch Bolivien und Peru begleiten würde, sowie mein Koffer, schon fast fertig gepackt für den Rückflug nach Deutschland. So richtig glauben konnte ich das alles noch nicht, das sowohl das Jahr in Paraguay nun sein Ende fand, als auch eine fast einmonatige Reise durch zwei unbekannte Länder bevorstand. Am Sonntag, den 2. Juli ging es dann zum Bus Terminal von Asunción, wo ich mich mit 3 anderen Freiwilligen traf. Mit zwei von ihnen reiste ich den ganzen Monat, die andere trennte sich in Santa Cruz, unserer ersten Station. Mit dem Bus ging es 24 Stunden durch den paraguayisch-bolivianischen Chaco (eine Dornbuschsavanne mit Trockenwäldern), über teils sehr holprige Straßen. Übermüdet erreichten wir Santa Cruz, die größte Stadt Boliviens, mit fast 1 500 000 Einwohnern.

IMG_0003Erster Stopp: Santa Cruz, Bolivien

Einen Tag lang schauten wir uns Santa Cruz an, eine sehr große Stadt, die aber durchaus schöne Ecken hat, und fuhren dann am späten Nachmittag mit dem Bus weiter nach Sucre, wo wir am nächsten Morgen ankamen. Sucre liegt schon deutlich höher als Santa Cruz (auf 2790m) und uns fehlte schon etwas die Luft beim Laufen. Sucre ist die Hauptstadt Boliviens und wirklich eine wunderschöne Stadt, mit schönen (weißen) Bauwerken und vielen Kirchen. Seit 1992 ist Sucre UNESCO-Weltkulturerbe. IMG_0078IMG_0022

Nach zwei Tagen ging es weiter nach Potosí, das etwa 3 Stunden von Sucre entfernt auf 4000 m Höhe liegt. Hier fühlten wir uns tatsächlich wie Schnecken mit Schnappatmung und kamen nur langsam voran aufgrund der Höhe. Potosí ist seit Jahrhunderten berühmt für das überreiche Silbervorkommen des Cerro Rico (Reicher Berg) und ist auch heute noch davon abhängig. Einen Minen Tour haben wir leider nicht geschafft.

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Von Potosí aus ging es dann zu einem der bekanntesten touristischen Orte Boliviens: Dem Salar de Uyuni (der Salzsee von Uyuni). Der Salar ist mit 10 000 Quadratkilometern die größte Salzfläche der Erde. Wir übernachteten eine Nacht in der am Rande des Salars gelegenen Stadt Uyuni, eine sehr trostlose und staubige Stadt, und brachen am nächsten morgen zu einer geführten drei Tagestour in den Salar auf. Am ersten Tag besichtigten wir den Salar, der durch seine Größe wirkt wie eine riesige Schneefläche. An den nächsten zwei Tagen sahen wir verschiedene Lagunen (mit Flamingos!) und wunderschöne Landschaften im Naturschutzgebiet an der chilenischen Grenze. Nachts wurde es teilweise sehr kalt, bis minus 20 Grad!

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Am Abend des dritten Tages kamen wir zurück nach Uyuni und nahmen dort den Nachtbus nach La Paz. La Paz fanden wir sehr chaotisch und anstrengend, sie ist mit über eine Million Einwohner die zweit größte Stadt Boliviens und eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt. Faszinierend ist die Kessellage, rundherum ziehen sich überall Häuser die Steilwände hinauf. La Paz besitzt seit 2014 ein modernes Seilbahn-System, mit dem die Passagiere über die Steilhänge der Stadt transportiert werden.

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Von der Hektik der Stadt ging es nach zwei Tagen weiter an den beschaulichen Titicacasee, den höchstgelegenen beschiffbaren See der Erde, der fast 13 Mal größer als der Bodensee ist. Zuerst schauten wir uns auf der bolivianischen Seite die Stadt Copacabana an, eine sehr kleine, gemütliche Stadt mit vielen Touristen.

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Wir machten einen Tagesausflug zur Isla del Sol (Sonneninsel), die vor Copacabana liegt.

Als nächstes ging es weiter nach Puno, wir überquerten die Grenze nach Peru. In Puno besuchten wir die schwimmenden Schilf Inseln der Uro-Nachfahren, die versuchen, die Uro Kulur zu erhalten. Es wirkte jedoch alles sehr für Touristen nachgestellt.

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Die nächste Etappe führte uns nach Cusco, eine wirklich sehr schöne Stadt. Von hier aus gelangten wir (über einige Umwege) zum Höhepunkt unserer Reise, dem Machu Picchu (Quechua für „alter Berg“). Wir fuhren nachts mit einem kleinen Bus bis Hydroelectrica und liefen dann zu Fuß gute 8 Kilometer, immer entlang an den Bahn Schienen bis Aguas Calientes, von wo aus man den Berg besteigen kann. Nach der Besichtigung ging es auf die selbe Weise wieder zurück nach Cusco. Somit war der Ausflug sehr anstrengend, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, da Machu Picchu ein unglaublicher Ort mit magischer Wirkung ist!

IMG_0485Ausblick auf die alte Inka Stadt

IMG_0531Blick auf Cusco

Unser vorletzter Stopp war die Stadt Arequipa, eine Nachtfahrt mit dem Bus von Cusco entfernt. Von hier aus machten wir eine zwei Tagestour in den Colca Canyon, dessen Ausmaße noch gewaltiger als die des Grand Canyons sind (größte Tiefe: 5226m). Vor allem der dreistündige Aufstieg am zweiten Tag war sehr anstrengend. Das Naturschauspiel, das sich uns bot, machte jedoch alle Anstrengung wett.

IMG_0566Plaza de Armas in Arequipa

IMG_0589Der Colca – Canyon

Unsere letzte Station war Lima, von wo aus es per Flugzeug zurück nach Asunción gehen sollte. Eigentlich hatten wir geplant auch die letzte Strecke (Arequipa-Lima) mit dem Bus zurückzulegen, diese war allerdings gesperrt, da ein Erdbeben in der Woche zuvor die Straßen zerstört hatte. Aber durch ein Jahr Südamerika waren wir es schon gewohnt, dass eben nicht alles klappt wie geplant und fanden noch eine recht günstigen Flug von Arequipa nach Lima. Lima selbst hat uns positiv überrascht und wir verbrachten zwei letzte schöne Tage in der peruanischen Hauptstadt bevor es hieß vuelta a Paraguay und nur drei Tage später bienvenidos a Alemania (Willkommen in Deutschland).

Mit Peru und Bolivien zwei weitere südamerikanische Länder kennen lernen zu dürfen, war unglaublich. Durch die Lage in den Anden, die ungewohnte Höhe und das doch sehr andere Klima, unterscheiden sich beide Länder landschaftlich sehr von Paraguay. Auch die Menschen und das gesprochene Spanisch sind anders. Beide Länder sind noch sehr traditionell, man sieht viele Frauen in den typischen Röcken, oft mit Zylindern und lang geflochtenen Zöpfen. Die Menschen sind auch hier sehr hilfsbereit, wirkten aber auf mich auch oft schüchtern und verschlossen. In beiden Ländern sieht man, wie in Paraguay auch, viel Armut.

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