Cuando el invierno empieza… Y todo termina (Wenn der Winter beginnt… Und alles endet) 

Am 30. Juni war mein letzter Arbeitstag, unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist! Wir haben gemeinsam Mittag gegessen und ich habe für die Kinder einen Kuchen gebacken und kleine „Überraschungstüten“ vorbereitet. Der Abschied war sehr schmerzhaft und tränenreich, mir sind doch alle Kollegen und die Kinder sehr ans Herz gewachsen in den letzten Monaten. Meine Kollegin alleine mit den Kindern zurück zulassen fällt mir schwer, es ist einfach unglaublich anstrengend alleine mit so vielen Kindern zu sein. 

Der offizielle Rückflug ist am 5. Juli, wir hatten aber die Möglichkeit noch einen Monat  zu verlängern und so werde ich erst am 30. Juli nach Deutschland zurück fliegen. Heute abend werde ich mit 2 anderen Freiwilligen nach Santa Cruz fahren und von dort aus gute 3 Wochen durch Bolivien und Peru reisen. 
Nun aber noch ein Rückblick auf meinen letzten Monat in Paraguay, in dem ich noch viele spannende Dinge erleben durfte:

Am ersten Juni Wochenende fand das End-of-Stay Camp, das letzte Seminar von AFS statt. Dafür sind wir noch Ciudad del este gefahren. Dieses Mal waren auch Freiwillige aus anderen Ländern dabei, wie den USA, Belgien, Frankreich und der Schweiz. Wir haben unsere Zeit in Paraguay gemeinsam reflektiert und uns darüber Gedanken gemacht, wie es sein wird, wieder in unser Heimatland zurückzukehren. Samstag Abend sind wir zum Itaipu Wasserkraftwerk gefahren um uns die nächtliche Lichter Show anzusehen. 

Das Wochenende darauf war ein verlängertes Wochenende, da der 12. Juni hier Feiertag ist (Paz del Chaco, Frieden des Chaco Krieges). Ich habe die Zeit genutzt um mit einer Freundin in die Colonia Independencia (eine deutsche Kolonie) zu fahren, die in der Mitte Paraguays, ungefähr 4 Stunden von Asunción entfernt liegt. Dort haben wir bei einem deutschen Ehepaar übernachtet, die schon seit mehr als 20 Jahren in Paraguay sind und die ich über mehrere Ecken kennengelernt hatte. Sie haben ein riesiges Grundstück mit vielen verschiedenen Obstbäumen (Orangen, Mandarinen, Kaki, Papaya, Bananen…) und wir haben den Samstag nachmittag damit verbracht, Mandarinen zu ernten (was gar nicht so einfach ist) und uns in der Stadt umzuschauen. Am Sonntag sind wir dann etwas in das Yvyturuzu Gebirge hinein gefahren, eine sehr ländliche Gegend, um einige paraguayische Bekannte des Ehepaars zu besuchen. So haben wir sehr interessante Gespräche geführt und eine ganz andere Seite des paraguayischen Lebens kennengelernt. Ein Großteil der Land Bevölkerung ist sehr arm und lebt meist von dem, was sie selbst anbauen. Ein Bauer hat uns gezeigt, wie Mandioka angebaut und geerntet wird. Um beispielsweise sein Haus zu erreichen sind wir ungefähr eine halbe Stunde über sehr schlecht Straßen durch die Natur gefahren. Am Montag ging es dann zurück nach Asunción, wo uns wieder der Lärm der Stadt begrüßte. 

Beim Mandarinen ernten

Die Ernte von Mandioka 

Am 18. Juni war Vatertag und wir waren mit der Familie mitta1g essen in Altos, eine kleine Stadt etwa eine Stunde von Asunción. 

Am darauffolgenden Freitag bin ich nach der Arbeit nach Luque gefahren, um noch einmal meine aller erste Gastfamilie zu treffen, bei denen ich die ersten 2 Wochen gewohnt hatte. Es war ein sehr schönes wieder sehen, bei dem wir uns nun auch richtig fließend unterhalten konnten. Am Abend waren wir bei Nachbarn auf einem kleinen Fest zum „San Juan“ das wird hier gefeiert mit typischem Essen und Tänzen. „San Juan“ ist am 24. zur Sommersonnenwende. Es wurde Karaoke gesungen (das ist hier sehr beliebt), gegessen und getanzt. 

Am Sonntag den 25. Juni bin ich ganz früh nach Yaguaron aufgebrochen, um noch das dortige Landhaus meiner alten Gasteltern anzuschauen. Es war ein besonderer Tag, der Tag des San Buenaventura (Schutzpatron von Yaguaron) der jedes Jahr in einem anderen Haus zelebriert wird, dieses Jahr im Haus meiner Gasteltern. Es war alles bunt dekoriert und die Statue des Heiligen wurde mit dem Auto aus der Kirche transportiert und im Garten aufgestellt. Es gab eine kleine Messe, es waren fast 200 Leute gekommen und danach haben meine Gasteltern Essen verteilt, das sie vorher zubereitet hatten. 

Das nächste Mal melde ich mich dann aus Deutschland! 

Mi trabajo de los ultimos meses (Meine Arbeit der letzten Monate) 

Ich habe nun schon eine ganze Weile nichts mehr von meiner Arbeit berichtet. Die Arbeit in der Vorschule seit Februar macht mir sehr viel Spaß. Dadurch, dass ich die Sprache zu dem Zeitpunkt schon besser konnte, hatte ich viel schneller eine enge Beziehung zu den Kindern. Auch in der Vorschulgruppe frühstücken die Kinder und danach machen wir meist etwas Unterricht (die Vokale und Zahlen, gerade sind wir bei der Zahl 4) und geben den Kindern Aufgaben in ihren Heften. Dadurch, dass wir keine Bücher mit Aufgaben haben, müssen wir alles selbst gestalten. Wir schreiben den Kindern also beispielsweise das A eine Reihe lang in ihr Heft und malen einen Baum dazu, und sie sollen den Buchstaben dann selbst in der nächsten Zeile schreiben. Ein Problem ist allerdings, dass meine Kollegin den Buchstaben gar nicht wirklich erklärt sondern die Kinder mehr oder weniger schreiben lässt wie sie möchten. So haben sich viele etwas falsch angewöhnt, und schreiben zum Beispiel den Kreis des kleinen a falsch rum. Bei gutem Wetter sind meistens an die 30 Kinder da, so ist es für mich sehr schwierig ihnen währenddessen alles zu erklären. Bis ich bei allen Kindern gewesen bin, sind viele schon mit der Aufgabe fertig und man ist zu dem ständig damit beschäftigt den Kindern neue Aufgaben in die Hefte zu malen… Meine Kollegin nutzt jede „freie“ Minute, um die Hausaufgaben in 35 Hefte zu malen, die die Kinder Freitags mitnehmen… 

Ungefähr einmal in der Woche habe ich eine kleine Unterrichtsstunde gegeben, um etwas über Deutschland zu erzählen und den Kindern ein paar deutsche Wörter beizubringen. So habe ich ihnen auch das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ auf spanisch übersetzt und vorgelesen. 

Zeichnung eines Kindes: Die kleine Raupe nimmersatt 

Auch ein deutsches Lied haben wir gelernt, ein Märchen aus Afrika behandelt und uns die Weltkarte angeschaut. Heute haben wir noch die Kinderrechte behandelt. 

Seit April kommt auch zweimal in der Woche ein Musiklehrer für eine Stunde, der mit den Kindern singt und Musikinstrumente wie Rasseln und Triangeln mitbringt. 

Nach dem Unterricht putze ich mit den Kindern die Zähne, ich habe Zahnbürsten für alle Kinder gekauft um endlich damit anfangen zu können… Viele der Kinder haben sehr schlechte Zähne und klagen oft über Zahnschmerzen. Danach geht es in den Park zum Spielen. In dieser Zeit bin ich mit den Kindern alleine, da meine Kollegin Mittagspause macht. Hier spielen wir mit Bällen, die Kinder können mittlerweile sogar etwas Volleyball und spielen seit kurzem endlich mit dem Sandspielzeug und den Springseilen, die meine Eltern und meine Tante mitgebracht hatten. Danach gibt es Mittagessen und danach beginnt der Mittagsschlaf, ja, auch die Vorschulkinder schlafen hier… Manche mehr und manche weniger. Anschließend gibt es noch eine kleine Mahlzeit und die Kinder werden abgeholt. Der Ablauf ist also ganz ähnlich wie im Vorkindergarten. Und ich stelle sehr große Unterschiede zum Kindergarten in Deutschland fest. In meiner Kindergarten Zeit hatte ich das Gefühl, dass wir viel mehr frei gespielt haben. Auch gab es natürlich keinen Mittagsschlaf. Hier müssen die Kinder sehr oft still sitzen und den Kopf „zum ausruhen“ auf den Tisch legen, während darauf gewartet wird, dass es weiter geht oder beispielsweise die Aufgaben vorbereitet werden. Bin ich kurz alleine mit den Kindern, ist es sehr schwer sie ruhig zu halten, sie fangen an rum zu rennen, alles anzufassen und steigen auch teilweise auf die Tische. Viele Kinder bekommen von ihrem familiären Umfeld sehr wenig Regeln und Grenzen gesetzt. Viele benutze schlimme Schimpfwörter (teilweise auch ihrer Mutter gegenüber) und werden sehr schnell aggressiv. Es gibt auch einige Kinder, die Auffälligkeiten im Verhalten zeigen:
Da gibt es den Jungen, der die ersten paar Monate immer hinter einem Baum sitzen geblieben ist, wenn wir im Park waren. Es gibt immer noch Tage, da kommt er und setzt sich erstmal in der Hocke neben die Tür. Beim Laufen hält er fast immer den Kopf gesenkt. Umso kostbarer sind für mich die Momente, in denen er mit den anderen Ball spielt und lacht. 

Da gibt es den Jungen, den du nicht von den Spielzeugen los bekommst. Nimmst du ihm ein Spielzeug weg, da die Lehrerin gerade etwas an der Tafel erklärt, wirft er sich in Kauerhaltung auf den Boden und fängt an zu schreien.

Da gibt es den Jungen, der mit 5 Jahren noch am Daumen lutscht, und den, der total ruhig wirkt und im nächsten Moment ohne Grund einen Kameraden schlägt. 

Das sind nur einige Beispiele. Auch das Mittagessen ist oft sehr emotional für mich. Da gibt es Kinder, die nicht essen wollen und die man füttern muss. Ein Junge möchte nicht essen, weil seine Mutter ihm zuhause erzählt er dürfe nicht so viel essen, weil es nicht genügend gibt. Während andere ihren Teller bis auf den letzten Tropfen auslecken, nach mehr Essen schreien und wie die Geier darauf lauern, etwas von anderen abzubekommen, die nicht alles essen möchten. Für mich ist es sehr schwer, das alles in Worte zu fassen, und merke gerade mit Schrecken, wie normal das alles mittlerweile für mich ist. 

Im November hatte ich die Gelegenheit mit der Mutter eines Kindes und den 3 anderen deutschen Freiwilligen, die damals da waren, in das Viertel zu gehen, in dem viele unserer Kinder wohnen. Viele der Kinder leben in einer sehr prekären Situation, direkt am Ufer des Río Paraguay, wodurch es häufig zu Überschwemmungen kommt. Viele Familien leben nur in einem Raum, wodurch die Kinder sehr viel mitbekommen, was eigentlich nicht für sie geeignet ist. Auch Gewalt innerhalb der Familie kommt häufig vor. Heute erzählte mir ein Kind, dass sein großer Bruder im Gefängnis ist, weil er seinem Vater einen Gegenstand gegen den Kopf geschlagen hat. Vor etwa 3 Wochen hielt unsere Direktorin einen Vortrag für die Eltern über Gewalt in der Familie und gab ihnen Raum, sich über Erfahrungen auszutauschen. 

Hier sieht man wie hoch das Wasser steht, wenn es zu Überflutungen durch den nahegelegenen Fluss kommt 

Insgesamt liebe ich meine Arbeit. Es ist nicht immer einfach, aber ich habe die Kinder und meine Kollegen sehr ins Herz geschlossen und fühle mich als Teil eines Teams. Umso schwerer wird der Abschied werden…
Meine Gruppe seit Februar 

Seit 3 Wochen wird ein neuer Raum gebaut, in dem Kurse für Mütter stattfinden werden, in denen ihnen beispielsweise Handarbeiten beigebracht werden, die sie verkaufen können. Dieses „Miniprojekt“ wird von der deutschen Botschaft finanziert. 

Novidades del mayo (Neuigkeiten vom Mai) 

Der Monat Mai – Monat der Mutter und Monat des Vaterland (haben wir den Kindern auf meiner Arbeit beigebracht). 

Der Monat begann für mich, wie in Deutschland auch, mit einem Feiertag, auch hier ist der 1. Mai der Tag der Arbeit. Anlässlich dafür und für den día del maestro (Tag des Lehrers), der am 30. April ist, haben wir auf meiner Arbeit ein großes Asado gemacht, zusammen gegessen und danach etwas Karaoke gesungen. Am 1. Mai habe ich mit meiner großen Gastschwester und ihrem Freund einen sehr schönen Ausflug gemacht, zum Salto Cristal, einem Wasserfall etwa 2,5 Stunden von Asunción entfernt und zum Cerro Akati, der noch etwas weiter weg ist und von dem man eine sehr schöne Aussicht hat. Am Salto Cristal habe ich auch gebadet, obwohl das Wasser eiskalt war. Ein wirklich wunderschöner Ort! 

Seit Anfang Mai helfe ich als Freiwillige beim Bildungsprogramm von Techo (die Organisation, die eigentlich für das Bauen von Häusern bekannt ist). Das Programm nennt sich „Apoyo escolar“ und ich fahre dafür mit einer Gruppe von Freiwilligen jeden Samstag Nachmittag für 2 Stunden nach Luque, um dort in einem sehr armen Viertel den Kindern bei den Schulaufgaben zu helfen bzw für die Schule zu üben. Ich betreue mit 3 anderen Freiwilligen die Kinder der 5. Klasse und wir üben lesen und rechnen mit den Kindern, letztes Mal haben wir das kleine Einmaleins wiederholt. Man merkt sehr deutlich, dass das Bildungssystem hier sehr mangelhaft ist, es gibt teilweise Kinder, die bereits über 10 Jahre alt sind und nur ganz schlecht, wenn überhaupt, lesen oder ihren Namen schreiben können. In Paraguay hängt ein Großteil der Bildung leider vom Geld ab, da die privaten Schulen um einiges besser sind als die öffentlichen Schulen. Gleiches gilt für die Universität. Mir haben die Samstage bisher sehr gut gefallen, man lernt sehr viele interessante Leute kennen  und es macht mir sehr viel Spaß, auch noch mit etwas älteren Kindern zu arbeiten. 

Nun zu einem weiteren Highlight des Monats Mai: der 14./15. Mai ist der Unabhängigkeitstag Paraguays und wurde Sonntag abends bzw nachts ganz groß im Zentrum gefeiert. Dafür wurde die Calle Palma zur Fußgängerzone mit sehr vielen Ständen und auch sehr vielen Essensangeboten. Den ganzen Abend und die Nacht über gab es Konzerte, zum Abschluss spielten die hier sehr bekannten und beliebten „Kchiporros“, deren Musik auch mir sehr gut gefällt. So war der 15. Mai auch arbeitsfrei und ist hier gleichzeitig der Muttertag. Dafür haben wir mit den Kindern auch Karten gebastelt und Lieder eingeübt, die sie am Freitag davor vorgetragen haben. 

Am darauffolgenden Sonntag, dem 21. Mai, bin ich mit Kim und Carlotta sowie Carlottas Bruder und dessen Freundin, die aus Deutschland zu Besuch waren, nach Caacupé gefahren. Zu dieser Stadt sind wir zwar im Dezember gepilgert, konnten jedoch vor lauter Menschen nicht in die Basilika hinein und wollten auch nochmal bei schönem Wetter wiederkommen. Die Fahrt mit dem Colectivo beträgt ungefähr 2,5 Stunden, obwohl die Stadt nur 55km entfernt liegt… Unser Ziel war es auch, mit der längsten Seilbahn Paraguays zu fahren (620m), die dort in der Nähe an Ostern eröffnet wurde. Nun ja, wir dachten, dass diese wohl bei den Menschen bekannt ist, allerdings haben wir eine Weile gebraucht und mussten uns sehr lange durchfragen, um „El escondido“ (der Versteckte), so nennt sich der Naturpark wo es auch einen Campingplatz gibt, zu finden. Der Ort ist wunderschön, die Seilbahn sehr hoch, aber wir hatten sehr viel Spaß. Und ein weiteres Mal verliebte ich mich mehr in dieses Land, das so viele Überraschungen bereit hält und dessen Natur einfach wunderschön ist. 

Letzten Sonntag war ich mit 2 Freunden in Atyra, eine kleine Stadt in der Nähe von Caacupé, die als sauberste Stadt Paraguays gilt, und in San Bernadino, wo wir uns das Anfitheater angeschaut haben. 

Wie ihr seht, sind meine Wochenende sehr gut gefüllt und ich versuche jeden freien Tag zu nutzen, um noch so viel wie möglich von Paraguay zu sehen. Denn die Zeit vergeht wie im Flug, nun sind schon bald 10 Monate rum!! Ich kann und will es kaum glauben, dass bald der letzte offizielle Monat anbricht. Das Wetter war in den letzten Wochen sehr regnerisch und kühl und nach 2 Regentagen vermisse ich schon die Sonne. Im nächsten Eintrag werde ich dann nochmal ausführlich von meinem Projekt und meiner Arbeit dort der letzten Monate berichten. 

Pollo no es carne –  la comida tipica paraguaya (Hühnchen ist kein Fleisch – typisch paraguayisches Essen) 

Nun der längst überfällige Beitrag über paraguayisches Essen. Essen spielt nämlich eine wirklich wichtige Rolle in diesem Land. Ein Bekannter meiner alten Gastfamilie meinte einmal: „El pais es muy pequeño pero el corazón es grande y la panza también.“ (Das Land ist sehr klein aber das Herz ist groß und der Bauch auch.) Eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel ist Fleisch, was für mich als ehemalige Vegetarierin eine große Umstellung war. Was anfangs für Verwirrung sorgte ist, dass das Wort carne (Fleisch) nur für Rindfleisch verwendet wird und Hühnchen eben nur als „pollo“, nicht aber als carne bezeichnet wird. Im Folgenden werde ich einige typisch paraguayische Speisen vorstellen, die ich natürlich alle schon probiert habe:

Sopa Paraguaya: 

Hierbei handelt es sich nicht um eine Suppe, was häufig für Verwirrung sorgt, sondern um einen Auflauf aus Maismehl, Milch, Zwiebeln, Käse und Eiern. Sie gilt als Nationalgericht und wird oft als Beilage gegessen. 

Chipa Guazú:
Ähnelt der Sopa Paraguaya. Auflauf aus gequetschtem jungen Mais, Öl, Eiern und manchmal Käse. 

Asado

=Gebratenes, Braten; ist ein typisches Sonntagsessen in vielen Familien. Es wird sehr viel Fleisch, manchmal auch Würstchen und Geflügel gegrillt. Als Vegetarier kann man froh sein, ein Stück Sopa oder ein wenig Salat abzubekommen. 

Mandioca 
Gekochte, kartoffelähnliche Beilage, die zu den meisten Mahlzeiten serviert wird. 

Guiso 

Eine Art Eintopf aus Fleisch, Gemüse, Reis oder Nudeln 

Empañadas

Gefüllte Teigtaschen (Häufige Füllungen: Fleisch, Hühnchen, Schinken und Käse oder Mais) 

Borí-Borí

Gemüse Suppe mit Maisklößchen

Chipa:

Gebäck aus Maismehl, Käse, Eiern, Schmalz. Typische Form ist ein runder Kringel mit Loch in der Mitte. Chipa wird fast überall auf den Straßen verkauft, häufig werden sie von den Verkäufern in einem Korb auf dem Kopf getragen. Auch in die Busse steigen die Verkäufer ein. 

Mbeju
Vergleichbar mit einem Pfannkuchen. Der Teig besteht aus Mandiokmehl, Butter, Käse und ein wenig Milch 

Tortilla 
Der Teig besteht aus Eiern, Mehl, Milch, Petersilie, Käse und Salz. Er wird anschließend in Öl ausgebraten. 

Wie man vielleicht feststellt, ist das paraguayische Essen sehr kohlenhydrathaltig und schwer, aber sehr, sehr lecker!! Was ich bei meinen Gastfamilien festgestellt habe ist, dass oft kein Wert darauf gelegt wird,  gemeinsam zu essen oder gemeinsam anzufangen. So wird beispielsweise nicht gewartet, bis jeder etwas auf dem Teller hat. Auch werden Getränke, vorallem Wasser oft erst nach dem Essen und nicht zum Essen dazu getrunken.  

El Teréré (Nationalgetränk Paraguays) 

Der Teréré, längst Bestandteil meines paraguayischen Alltags, hätte eigentlich schon viel früher erwähnt werden müssen. Es ist ein teeartiges Getränk, das ich vorallem bei der Hitze der letzten Wochen täglich trinke. Für die Zubereitung wird Wasser mit viel Eis in einen „Thermo“ gefüllt, so nennt sich der Behälter. Weiterhin gibt es die „guampa“, den Becher, der mit „Yerba“ (Kräuter) gefüllt wird. In die yerba wird die „bombilla“ gesteckt, ein löffelförmiger Strohhalm, aus dem getrunken wird. Teréré eignet sich nicht nur um großen Durst und Appetit zu stillen, er wirkt auch harntreibend und kräftigend, enthält Eisen, Calcium, Vitamin A und B und soll die Intelligenz sowie den Muskelaufbau fördern. Neben den medizinischen Vorteilen, steht aber vorallem der soziale Aspekt im Vordergrund. Meist sitzt man zum Trinken in einem Kreis zusammen. Traditionell ist es die Aufgabe des Jüngsten, Wasser aufzugießen und die Guampa an die Person neben ihm zu reichen. Diese trinkt den Becher  leer (es sind nicht mehr als 2 bis 3 Schlucke) und gibt ihn zurück. Es wird erneut aufgefüllt und an die nächste Person weiter gereicht. Wenn man nicht mehr trinken möchte, sagt man „gracias“ und man wird von da an immer übergangen. Das Teréré trinken läuft wie nebenbei. Man sitzt beisammen und unterhält sich über alles mögliche. Überall sieht man Leute mit Thermos, sei es auf der Straße, im Bus oder auf der Arbeit, soziale Unterschiede gibt es hierbei nicht. Auch ich habe mir im Januar meinen eigenen Thermo gekauft, der mich nun fast überallhin mitbegleitet. Wenn es morgens kalt ist, wird Mate getrunken, dabei wird heißes Wasser und manchmal Zucker verwendet. In Argentinien und Uruguay wird statt des Terérés überwiegend Mate getrunken. 

Mein Thermo, links sieht man die Guampa mit der Bombilla darin. Auf der Vorderseite ist ein Ňanduti auf meinem Thermo, eine nicht geklöppelte Spitze, die einem Spinnennetz ähnelt und eine typisch paraguayische Handwerkskunst ist. Das Wort kommt aus dem Guaraní, Ňandu=Spinne. 

Felices Pascuas! (Frohe Ostern!) 

Ein wenig verspätet möchte ich euch allen noch Frohe Ostern wünschen! Für mich war diese Zeit sehr besonders, da meine Eltern und meine Tante zu Besuch kamen. Am 3. April, also nach fast 8 Monaten, haben wir uns in Río de Janeiro getroffen und 3 Tage zusammen die Stadt erkundet. Danach sind wir alle zusammen nach Asunción geflogen und ich konnte ihnen meine neue Heimatstadt zeigen. Wir haben das Zentrum Asuncións erkundet, meine alte Gastfamilie besucht, Areguá und den Cerro Koi besichtigt und waren auf dem Mercado 4, einem riesigen Markt in Asunción, der täglich geöffnet hat. Einen Vormittag haben sie mich auf meine Arbeit begleitet. 

Vor der Christus Statue in Río 

Der berühmte Zuckerhut (der korrekt übersetzt eigentlich Zuckerbrot heißen müsste…)

Vor dem Regierungspalast in Asunción 

Treffen mit meiner alten Gastfamilie 

Abendessen mit meinen Gasteltern

Über die Osterfeiertage (das sind hier der Donnerstag und Freitag vor Ostern, Ostermontag gibt es nicht) sind wir an die Iguazú Wasserfälle an der brasilianischen und argentinischen Grenze gefahren, eines der 7 Naturwunder der Erde.  Am ersten Tag besichtigten wir die brasilianische Seite (ca. 2 Stunden) von der aus man einen Panoramablick auf die 20 großen und 255 kleinen Wasserfälle hat. An der argentinischen Seite verbrachten wir fast einen ganzen Tag, hier kann man die Wasserfälle einzeln ablaufen. 7000 Kubikmeter Wasser stürzen pro Sekunde bis zu 82 Meter in die Tiefe. 

An unserem letzten Tag haben wir uns ein wenig im Zentrum von Ciudad del este, der paraguayischen Grenzstadt zu Brasilien, umgesehen. Ciudad del este ist eine wichtige Handelsstadt und vorallem bekannt für den günstigen Erwerb von Elektroartikeln. Danach ging es zum Abschluss noch an das Itaipu Wasserkraftwerk auf der paraguayischen Seite. Das riesige Projekt wurde 1974 von Paraguay und Brasilien gegründet und 1975 wurde mit dem Bau begonnen. Heute sind 20 Turbinen in Betrieb, die durchschnittliche Leistung liegt bei 95 MWh pro Jahr, dies entspricht der Leistung von 12 europäischen Kernkraftwerken. Allerdings fließen nur 5% der Energie nach Paraguay, deren restlicher Anteil wird an Brasilien verkauft. Das Kraftwerk hat enormen Ausmaße, die Masse an Eisenbeton hätte beispielsweise für eine Überlandstraße von Asunción nach New York gereicht, das verbaute Eisen für 380 Eiffeltürme. 
Das Wasserkraftwerk Itaipu

Den Ostersonntag verbrachten wir mit meiner Gastfamilie. Die Semana Santa (Heilige Woche) spielt in Paraguay eine wichtige Rolle, die Feiertage sind meist wichtiger als Weihnachten. Tradition ist die Herstellung von „Chipa“ (Gebäck aus Maismehl, Eiern, Stärke, Schmalz und Gewürz) die meist die Form runder Kringel hat. Am Dienstag vor Ostern haben wir auch im Kindergarten Chipa mit den Kindern gebacken. 
Abendessen mit meinen Gasteltern

Cuando el otoño empieza… (Wenn der Herbst beginnt) 

So schnell vergeht die Zeit. Vor einer Woche war Herbstanfang in Paraguay, letzten Sonntag wurde die Uhr umgestellt, sodass die Zeitverschiebung zu Deutschland nun wieder 6 Stunden ist und es zu meinem großen Leid wieder sehr früh (ungefähr um 18:00 Uhr) dunkel wird. Meine Arbeit macht mir noch immer sehr viel Spaß. Seit Februar helfe ich ja in der Vorschulgruppe, was mir fast noch mehr Spaß macht als mit den ganz kleinen Kindern zu arbeiten. Hier machen wir auch schon etwas Unterricht, sprechen beispielsweise über die Wochentage und Monate, über Körperteile und über auch schon mit den Kindern ihren Namen zu schreiben, in dem sie versuchen sollen die Buchstaben zu kopieren, was ich in diesem Alter nicht ganz so sinnvoll finde. Meine Lieblingszeit ist die auf dem Spielplatz. Hier tobe ich mit den Kindern, schubse sie auf der Schaukel an (was auch oft für Streit sorgt) und versuche sie davon abzuhalten, sich mit Sand zu bewerfen. Auch diese Gruppe macht nach dem Mittagessen noch Mittagsschlaf, was auch meistens ganz gut funktioniert. Obwohl ich die Kinder erst seit 5 Wochen kenne, sind sie mir schon wieder unglaublich ans Herz gewachsen! 

Was gibt es sonst noch Neues? Seit Anfang März mache ich jeden Montag Abend einen 2 stündigen Guaraní Kurs. Guaraní ist eine indigene Sprache und offizielle Amtssprache Paraguays. Mir war es wichtig, vor Ende meines Freiwilligendienstes wenigstens Grundkenntnisse in dieser Sprache zu erwerben, da in meiner neuen Gruppe mehrere Kinder fast nur Guaraní und kein spanisch sprechen und die Sprache einen Großteil der Kultur ausmacht. Sie wird auch häufig mit dem spanischen gemischt, sodass ich nun endlich verstehe, was für ein spanisch ich eigentlich spreche.Interessante Fakten über das Guaraní:

  • Es ist die einzige indigene Sprache, die zur Mehrheit von einer nicht indigenen Bevölkerung gesprochen wird 
  • Sie ist onomatopoetisch und viele Wörter entstanden durch das Nachahmen von Naturgeräuschen
  • Nach Latein und Griechisch ist sie die häufigst verwendete Sprache zur wissenschaftlichen Nomenklatur (beispielsweise der Benennung von Pflanzen) 

Die Sprache ist nicht einfach, macht mir aber sehr viel Spaß. So kann ich mich unter anderem nun schon auf Guaraní vorstellen: Mba’eichapa. Che réra Meike. Che Alemania gua ha Asunción pe. Amba’apo guardería pe. (Hallo. Ich heiße Meike. Ich bin aus Deutschland und wohne in Asunción. Ich arbeite in einem Kindergarten.) 

An den Wochenenden bin ich einen Sonntag mit 2 anderen Freiwilligen nach Paraguari gefahren, eine kleine Stadt etwa 60km von Asunción entfernt (ungefähr 2,5 Stunden mit dem Colectivo) und wir haben einen „Berg“ bestiegen und die schöne Aussicht genossen. 

Letztes Wochenende bin ich von Freitag bis Sonntag nach Santa Rosa gefahren, 5-7 Stunden von Asunción entfernt, um meine Freundin zu besuchen, die dort seit einem guten Monat wohnt, da sie Gastfamilie und Arbeit gewechselt hat. Santa Rosa ist sehr klein und ländlich und wunderschön grün. Ich habe ihre Gastfamilie kennengelernt und Samstag Vormittag haben wir ihre Arbeit besucht. Nachmittags waren wir in San Ignacio, das 20 Minuten entfernt ist. 

El carnaval de Encarnación (Der Karneval von Encarnación) 

Vergangenes Wochenende bin ich mit anderen deutschen Freiwilligen nach Encarnacion gefahren. Da der 1. März hier ein Feiertag ist  (Día de los heroes = Tag der Helden) und Feiertage die unter der Woche liegen in Paraguay auf montags oder freitags verschoben werden, hatten wir 3 Tage Zeit. Das könnte man in Deutschland doch such mal einführen! Die Stadt hat 118 300 Einwohner, liegt 360 km südöstlich von Asunción am Río Paraná, an der Grenze zu Argentinien. Encarnacion gilt auch als die Sommer Stadt Paraguays, da es hier eine sehr schöne Uferpromenade und einen Strand gibt und man im Gegensatz zu Asunción, wo das Wasser zu dreckig ist, im Fluss baden kann. So verbrachten auch wir einige Zeit am Strand, wobei es bei 43 Grad schon sehr heiß war. Vom Strand aus hat man auch einen schönen Blick auf die Skyline von Posadas (Stadt in Argentinien, die direkt gegenüber liegt). 

Skyline von Posadas 

Am Samstag Abend besuchten wir den Karneval. Der Karneval von Encarnación ist der größte in Paraguay, nicht ganz so groß wie in Río de Janeiro aber doch sehr beeindruckend. Beeindruckend war auch die Zeit, die er dauerte: Von 21:00 Uhr bis 3 Uhr nachts zogen zahlreiche Tänzer und Tänzerinnen in wunderschönen Kostümen, sowie geschmückte Wägen und Trommler an uns vorbei. Eine Besonderheit ist noch, das Spraydosen mit Schaum drin verkauft werden und es zu regelrechten Schlachten im Publikum kommt. Aus diesem Grund werden auch Schutzbrillen getragen… 

Am nächsten Tag machten wir uns auf zu den Jesuiten Ruinen. Ca. 30 km von Encarnación liegen die Ruinen von Trinidad, die wir zuerst besuchten. Diese Reduktion wurde 1706 vom Jesuitenpater Juan de Arraya zusammen mit einer Gruppe von Eingeborenen des Dorfes gegründet. Die Hauptarbeit der Gemeinschaft war die Landwirtschaft sowie der Ausbau der Reduktion. Die Anlage wurde zum Weltkulturerbe erklärt. 1760 war der Ausbau der „kleinen Stadt“ beendet, die im Laufe der Jahre wieder zerfiel, weil die Jesuiten deportiert worden waren. 

Von Trinidad aus machten wir uns noch auf den Weg zu den etwas weiter entfernten Ruinen von Jesús de Tavarangue. Diese Reduktion wurde 1685 gegründet, aber nie fertiggestellt. Was mich besonders beeindruckt hat war die Landschaft rund um die Ruinen und auch auf der Strecke zwischen Asunción und Encarnación. Das Interior von Paraguay ist unglaublich grün mit einer Vielzahl von Pflanzen und wunderschönen weiten Landschaften. Kilometetweites Nichts, ab und an eine kleine Ortschaft oder Farm. Endlose Weite. 

El campamento de Mitad de Estadía (Das Mid-Stay-Camp) 

Die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist nun schon eine Weile vorbei und so fand vom 9. bis zum 12. Februar unser mittleres Seminar, organisiert von AFS Paraguay, statt. Dazu trafen wir 13 deutschen Freiwilligen,  sowie die Camp Leiter von AFS,  uns in einem Hotel in Asunción. Es war wirklich toll, alle wieder zu sehen und sich über alle Erlebnisse des letzten halben Jahres auszutauschen. Es gab viele mal mehr mal weniger spannende Einheiten über Geschichte und Kultur Paraguays, paraguayisches Essen oder den Vergleich zwischen deutschen und paraguayischen Familien. Vieles davon hätte uns zwar am Anfang des Jahres mehr gedient, wir erfuhren aber auch einige neue Dinge. So ist einer der Gründe für den in Paraguay vorherrschenden Machismus der Triple-Allianz-Krieg (1864-1870). Dieser Krieg fand zwischen Paraguay und der Triple Allianz Argentinien, Brasilien und Uruguay statt und ist einer der blutigesten und vernichtendsten Kriege der Weltgeschichte. Die paraguayische Bevölkerung war bis auf Frauen, Greise und Kinder und ein paar tausend Männer vollständig vernichtet worden. Durch das deutliche Übergewicht an Frauen (80 zu 20%) geriet der Mann in eine besondere Stellung, was sich bis heute in der Gesellschaft bemerkbar macht. Weiterhin wurde uns erklärt, dass die vorwiegend indirekte Kommunikation der Paraguayer aus der Zeit der Diktatur Stroessners. General Alfredo Stroessner kam 1954 durch einen Putsch an die Macht und regierte trotz demokratischer Verfassung bis 1989 diktatorisch. Die jahrelange Unterdrückung freier Meinungsäußerung gilt heute noch als Grund dafür, dass viele Dinge nicht offen angesprochen werden. Die Diktatur zerstörte auch das bereits sehr gute vorhandene Bildungssystem, welches bereits im 19. Jahrhundert vom Präsidenten Carlos Antonio Lopez vorangetrieben wurde. Auch konnten wir kaum glauben, dass in Paraguay einst die erste Eisenbahn Südamerikas fuhr, heute allerdings kein einziger Zug mehr fährt. 

Außerdem  hatten wir noch ein Gespräch mit dem deutschen Botschafter Paraguays und die Gelegenheit uns gegenseitig Bilder von Projekt und Familie zu zeigen, um einen Einblick in das teilweise sehr unterschiedliche paraguayische Leben der anderen Freiwilligen zu bekommen. Samstags haben wir noch einen Ausflug in die Stadt Luque, Areguá und San Bernadino gemacht. 

El final de las vacaciones (Das Ende der Ferien) 

Seit nun 2 Wochen hat meine Kindertagesstätte wieder geöffnet. An den ersten beiden Tagen kamen die Kinder noch nicht und wir haben die Zeit genutzt, um das Klassenzimmer zu dekorieren. Zudem kamen Eltern, um Gespräche mit den Lehrern zu führen. Ich werde für das 2. Halbjahr in der Vorschule arbeiten, also mit den 4 und 5 jährigen Kindern. 

Außerdem möchte ich noch von ein paar Aktionen der Ferien berichten. Mit 2 anderen Freiwilligen war ich einen Tag in Aregua und San Bernadino, von den Paraguayern nur SanBer genannt. Beide Städte liegen am See Ypacarai. Aregua ist eine sehr kleine Stadt mit einer Straße voll von Ständen mit paraguayischer Handwerkskunst. Zudem waren wir auf einem Hügel mit der Kirche, von wo man eine sehr schöne Aussicht hat. Auch einen kleinen Strand gibt es, man kann allerdings nicht baden, da das Wasser des Sees sehr dreckig ist. SanBer ist wohl der beliebteste Ferien- und Wochendort der Bewohner Asuncións. Viele reichere Familien haben hier ein Haus um der Hitze der Stadt (zurzeit oft über 40 Grad) in den Sommermonaten zu entfliehen. 

Handwerkskunst in Areguá 

Strand von Areguá 

Am Strand von SanBer

An einem anderen Tag habe ich noch mit einem anderen Freiwilligen den Cerro Koi, einen Berg bei Aregua „bestiegen“(es ist mehr ein Hügel als ein Berg), von welchem man allerdings eine wunderschöne Aussicht über den See hat, sowie rote Felsformationen bestaunen kann, die es in dieser Form nur noch an 2 anderen Orten der Welt gibt, nämlich in Kanada und Südafrika. 

Desde el París del sur hasta el fin del mundo (Vom Paris des Südens bis ans Ende der Welt) 

Das Jahr 2017 und somit auch meine Ferien sind schon wieder ein ganzes Stück voran geschritten. Ich habe die Zeit genutzt und war 2 Wochen mit  meiner Freundin auf Reisen. Mit dem Bus ging es von Asunción nach Buenos Aires. 17 Stunden hieß es, am Ende waren wir fast 24 Stunden unterwegs, da unser Bus an der Grenze 4 Stunden stehen blieb um auf einen Ersatzbus zu warten… Und dann standen wir noch einmal 2 Stunden im normalen Grenzverkehr. In Buenos Aires waren wir erstmal 4 Tage und haben die Stadt gründlich erkundet. Über das bunte Stadtviertel „La Boca“, den alten Friedhof „La recoleta“, das moderne Hafenviertel „puerto madero“ bis hin zum wunderschönen Theater Colón haben wir fast jeden Stein umgedreht. Und es stimmt wirklich was die Leute sagen. Buenos Aires ist ein bisschen wie Paris, mit seiner Metro und den Prachtbauten. Buenos Aires ist modern, man fühlt sich beinahe wie in Europa.

Vor dem Casa rosada (Regierungspalast) 

Puerto Madero 

La boca 

Teatro Colón

La recoleta 

Es war sehr interessant zu sehen wie die Hauptstadt eines Nachbarlandes von Paraguay aussieht, die fast 1500 km weiter südlich liegt. Natürlich ist Buenos Aires viel moderner als Asunción, was man schon an den Bussen bemerkt, und auch um ein vielfaches größer. Aber auch die Menschen sind anders. Hier in Asunción fällt man sehr auf, blond, groß und blauäugig. Wenn du an einer Straße entlang läufts drehen sich die Leute aus den Autos nach dir mehrmals um, Hupen dich an. Das verstärkt sich noch etwas wenn man eine kurze Hose trägt. Es war schön  mal wieder 2 Wochen in der Menge zu verschwinden und einfach eine von vielen zu sein. Und als ich nach Asunción zurückkam fühlte ich mich auch gleich wie zuhause. Denn ich liebe Asunción und seinen Scham der Ursprünglichkeit und Einfachheit, ohne Massentourismus (man sieht im Prinzip keine Touristen…). Es ist eine unglaublich grüne Stadt und nach nun fast 6 Monaten (die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist übrigens schon vorbei!!) hat man sich auch an vieles gewöhnt. Vieles was mir am Anfang noch extrem auffiel ist jetzt Normalität. Mütter  mit Babys auf den Schultern, die zwischen den Autos umherziehen und betteln. Kinder, die in den Bussen Waren verkaufen. Und Busse, die mal wieder einfach am Straßenrand stehen bleiben, weil sie nicht mehr funktionieren und die Leute ganz in Ruhe aussteigen, um auf den nächsten zu warten. 
Nach 4 Tagen Buenos Aires sind wir dann mit der Fähre nach Uruguay gefahren. Wir kamen in Colonia del Sacramento an und sind dann mit dem Bus weiter gefahren. Unser Ziel: Cabo Polonio, ein Naturreservat am Meer, ohne Strom und fließend Wasser. Die Hinfahrt war schon ein kleines Abenteuer. Nachts um 2 kamen wir in Montevideo an und nahmen eine Stunde später einen Bus nach Cabo, der 4 Stunden später am Eingang des Naturreservats hielt.  Da in das Reservat keine Autos hineinfahren dürfen, geht es von hier weiter mit einem alten DDR Truck.  Man kommt sich vor, als fahre man ans Ende der Welt. Am Strand entlang fährt der Truck bis in den kleinen Ort. Und Cabo ist wirklich winzig! Es besteht aus vielen kleinen bunten Hütten, von praktisch allen Punkten aus sind es nur höchstens 5 Minuten zum Strand, der wirklich wunderschön ist. Tagsüber füllt sich das Nest mit  Touristen, die gegen Abend wieder gehen. Nun ja, eine Übernachtung dort ist auch sündhaft teuer, selbst in den kleinen Hostels in einem Mehrbettzimmer. Deshalb sind wir auch statt der geplanten 4 Nächte nur 2 Nächte geblieben. Aber es hat sich gelohnt. Cabo ist ein Ort voller Magie, mit richtig spannenden Menschen. Wenn es dunkel wird brennen überall Kerzen sodass man den Sternenhimmel viel besser sieht. Es gibt unzählig viele Seelöwen, einen kleinen Leuchtturm, auf den wir gestiegen sind und riesige Wellen und Dünen. Die Zeit schlägt dort in einem ganz anderen Rhythmus. Nachts sitzt man am Lagerfeuer  zusammen, denn in Uruguay wird es richtig kalt nachts. 

Die übrigen 2 Nächte verbrachten wir auf der Rückfahrt in Montevideo, wo wir noch eine Stadtführung machen konnten. Vor der Rückfahrt mit der Fähre haben wir uns noch die Altstadt von Colonia angesehen.Wir hatten das Glück und konnten von der Fähre aus einen wunderschönen Sonnenuntergang über Buenos Aires erleben.

Nach 3 weiteren Tagen in Buenos Aires, in denen wir einen Markt und die Costanera besucht haben, sowie einen Tagesausflug ins Tigre Delta (ein Flussdelta eine Stunde nördlich von Buenos Aires) gemacht haben, ging es dann zurück nach Asunción, und unser Bus brauchte dieses Mal tatsächlich nur etwas mehr als 17 Stunden! Zurück in Asunción empfing uns die unsägliche paraguayische Hitze (die Temperaturen steigen jetzt teilweise auf über 40 Grad). Eine Sache, die ich in Buenos Aires eindeutig nicht vermisst habe! Nun bleibt mir noch eine Woche Ferien und am 30. Januar öffnet meine Kindertagesstätte wieder. 

Ich wollte eigentlich noch ein paar Bilder zu Montevideo und den letzten 3 Tagen Buenos Aires hinzufügen, leider ist das Internet gerade so schlecht, dass es keine Bilder mehr lädt…