El final de las vacaciones (Das Ende der Ferien) 

Seit nun 2 Wochen hat meine Kindertagesstätte wieder geöffnet. An den ersten beiden Tagen kamen die Kinder noch nicht und wir haben die Zeit genutzt, um das Klassenzimmer zu dekorieren. Zudem kamen Eltern, um Gespräche mit den Lehrern zu führen. Ich werde für das 2. Halbjahr in der Vorschule arbeiten, also mit den 4 und 5 jährigen Kindern. 

Außerdem möchte ich noch von ein paar Aktionen der Ferien berichten. Mit 2 anderen Freiwilligen war ich einen Tag in Aregua und San Bernadino, von den Paraguayern nur SanBer genannt. Beide Städte liegen am See Ypacarai. Aregua ist eine sehr kleine Stadt mit einer Straße voll von Ständen mit paraguayischer Handwerkskunst. Zudem waren wir auf einem Hügel mit der Kirche, von wo man eine sehr schöne Aussicht hat. Auch einen kleinen Strand gibt es, man kann allerdings nicht baden, da das Wasser des Sees sehr dreckig ist. SanBer ist wohl der beliebteste Ferien- und Wochendort der Bewohner Asuncións. Viele reichere Familien haben hier ein Haus um der Hitze der Stadt (zurzeit oft über 40 Grad) in den Sommermonaten zu entfliehen. 

Handwerkskunst in Areguá 

Strand von Areguá 

Am Strand von SanBer

An einem anderen Tag habe ich noch mit einem anderen Freiwilligen den Cerro Koi, einen Berg bei Aregua „bestiegen“(es ist mehr ein Hügel als ein Berg), von welchem man allerdings eine wunderschöne Aussicht über den See hat, sowie rote Felsformationen bestaunen kann, die es in dieser Form nur noch an 2 anderen Orten der Welt gibt, nämlich in Kanada und Südafrika. 

Advertisements

Desde el París del sur hasta el fin del mundo (Vom Paris des Südens bis ans Ende der Welt) 

Das Jahr 2017 und somit auch meine Ferien sind schon wieder ein ganzes Stück voran geschritten. Ich habe die Zeit genutzt und war 2 Wochen mit  meiner Freundin auf Reisen. Mit dem Bus ging es von Asunción nach Buenos Aires. 17 Stunden hieß es, am Ende waren wir fast 24 Stunden unterwegs, da unser Bus an der Grenze 4 Stunden stehen blieb um auf einen Ersatzbus zu warten… Und dann standen wir noch einmal 2 Stunden im normalen Grenzverkehr. In Buenos Aires waren wir erstmal 4 Tage und haben die Stadt gründlich erkundet. Über das bunte Stadtviertel „La Boca“, den alten Friedhof „La recoleta“, das moderne Hafenviertel „puerto madero“ bis hin zum wunderschönen Theater Colón haben wir fast jeden Stein umgedreht. Und es stimmt wirklich was die Leute sagen. Buenos Aires ist ein bisschen wie Paris, mit seiner Metro und den Prachtbauten. Buenos Aires ist modern, man fühlt sich beinahe wie in Europa.

Vor dem Casa rosada (Regierungspalast) 

Puerto Madero 

La boca 

Teatro Colón

La recoleta 

Es war sehr interessant zu sehen wie die Hauptstadt eines Nachbarlandes von Paraguay aussieht, die fast 1500 km weiter südlich liegt. Natürlich ist Buenos Aires viel moderner als Asunción, was man schon an den Bussen bemerkt, und auch um ein vielfaches größer. Aber auch die Menschen sind anders. Hier in Asunción fällt man sehr auf, blond, groß und blauäugig. Wenn du an einer Straße entlang läufts drehen sich die Leute aus den Autos nach dir mehrmals um, Hupen dich an. Das verstärkt sich noch etwas wenn man eine kurze Hose trägt. Es war schön  mal wieder 2 Wochen in der Menge zu verschwinden und einfach eine von vielen zu sein. Und als ich nach Asunción zurückkam fühlte ich mich auch gleich wie zuhause. Denn ich liebe Asunción und seinen Scham der Ursprünglichkeit und Einfachheit, ohne Massentourismus (man sieht im Prinzip keine Touristen…). Es ist eine unglaublich grüne Stadt und nach nun fast 6 Monaten (die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist übrigens schon vorbei!!) hat man sich auch an vieles gewöhnt. Vieles was mir am Anfang noch extrem auffiel ist jetzt Normalität. Mütter  mit Babys auf den Schultern, die zwischen den Autos umherziehen und betteln. Kinder, die in den Bussen Waren verkaufen. Und Busse, die mal wieder einfach am Straßenrand stehen bleiben, weil sie nicht mehr funktionieren und die Leute ganz in Ruhe aussteigen, um auf den nächsten zu warten. 
Nach 4 Tagen Buenos Aires sind wir dann mit der Fähre nach Uruguay gefahren. Wir kamen in Colonia del Sacramento an und sind dann mit dem Bus weiter gefahren. Unser Ziel: Cabo Polonio, ein Naturreservat am Meer, ohne Strom und fließend Wasser. Die Hinfahrt war schon ein kleines Abenteuer. Nachts um 2 kamen wir in Montevideo an und nahmen eine Stunde später einen Bus nach Cabo, der 4 Stunden später am Eingang des Naturreservats hielt.  Da in das Reservat keine Autos hineinfahren dürfen, geht es von hier weiter mit einem alten DDR Truck.  Man kommt sich vor, als fahre man ans Ende der Welt. Am Strand entlang fährt der Truck bis in den kleinen Ort. Und Cabo ist wirklich winzig! Es besteht aus vielen kleinen bunten Hütten, von praktisch allen Punkten aus sind es nur höchstens 5 Minuten zum Strand, der wirklich wunderschön ist. Tagsüber füllt sich das Nest mit  Touristen, die gegen Abend wieder gehen. Nun ja, eine Übernachtung dort ist auch sündhaft teuer, selbst in den kleinen Hostels in einem Mehrbettzimmer. Deshalb sind wir auch statt der geplanten 4 Nächte nur 2 Nächte geblieben. Aber es hat sich gelohnt. Cabo ist ein Ort voller Magie, mit richtig spannenden Menschen. Wenn es dunkel wird brennen überall Kerzen sodass man den Sternenhimmel viel besser sieht. Es gibt unzählig viele Seelöwen, einen kleinen Leuchtturm, auf den wir gestiegen sind und riesige Wellen und Dünen. Die Zeit schlägt dort in einem ganz anderen Rhythmus. Nachts sitzt man am Lagerfeuer  zusammen, denn in Uruguay wird es richtig kalt nachts. 

Die übrigen 2 Nächte verbrachten wir auf der Rückfahrt in Montevideo, wo wir noch eine Stadtführung machen konnten. Vor der Rückfahrt mit der Fähre haben wir uns noch die Altstadt von Colonia angesehen.Wir hatten das Glück und konnten von der Fähre aus einen wunderschönen Sonnenuntergang über Buenos Aires erleben.

Nach 3 weiteren Tagen in Buenos Aires, in denen wir einen Markt und die Costanera besucht haben, sowie einen Tagesausflug ins Tigre Delta (ein Flussdelta eine Stunde nördlich von Buenos Aires) gemacht haben, ging es dann zurück nach Asunción, und unser Bus brauchte dieses Mal tatsächlich nur etwas mehr als 17 Stunden! Zurück in Asunción empfing uns die unsägliche paraguayische Hitze (die Temperaturen steigen jetzt teilweise auf über 40 Grad). Eine Sache, die ich in Buenos Aires eindeutig nicht vermisst habe! Nun bleibt mir noch eine Woche Ferien und am 30. Januar öffnet meine Kindertagesstätte wieder. 

Ich wollte eigentlich noch ein paar Bilder zu Montevideo und den letzten 3 Tagen Buenos Aires hinzufügen, leider ist das Internet gerade so schlecht, dass es keine Bilder mehr lädt… 

¡Feliz año nuevo! (Frohes neues Jahr!) 

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr! Kaum zu glauben, dass nun schon 2017 ist und ich fast 5 Monate in Paraguay bin… Mein Silvester war sehr schön und ruhig hier, ich habe fast weniger Feuerwerke gehört und gesehen als an Weihnachten… Ich habe mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester abend gegessen, wir alle waren traditionell in weiß angezogen. Es gab Fleisch, Chipa Guazú, Kartoffelsalat, ein Salat aus Reis und Bohnen, die hier traditionell an Silvester gegessen werden, da sie Glück bringen sollen. Eine weitere Tradition ist es, um Mitternacht 12 Trauben zu essen und einen Wunsch zu äußern, die hatte  meine Gastmutter dieses Jahr aber leider nicht vorbereitet. Um 12 haben wir dann mit Sekt angestoßen und etwas später kamen noch 3 Freundinnen meiner Gastschwester. Es war ein sehr netter Abend bei dem ich auch von meinen deutschen Traditionen wie Raclette und Bleigießen erzählen konnte, was gar nicht so leicht zu erklären ist. Nun werde ich anfangen meine Reise vorzubereiten, am Dienstag geht es los nach Buenos Aires und Uruguay. Davon werde ich dann in gut 2 Wochen berichten, wenn ich wieder da bin. 

Techo – para un mundo sin pobreza (Techo – für eine Welt ohne Armut) 

Durch den ganzen Weihnachtsstress bin ich etwas im Verzug und muss unbedingt noch über mein Wochenende vor Weihnachten berichten. Dort habe ich an einer sehr coolen Aktion von der Organisation Techo teilgenommen. Techo ist eine Nichtregierungsorganisation, die Mithilfe von vielen Freiwilligen die Armut in Lateinamerika bekämpft. Sie wurde in Chile gegründet und ist heute in 2o lateinamerikanischen Ländern aktiv. Letztes Wochenende habe auch ich „Techo“ (Dach) als Freiwillige bei der construccion de navidad (Weihnachtskonstruktion) unterstützt, um Häuser für sehr arme Familien zu bauen. Die Familien werden schon Monate vorher ausgewählt. Insgesmat kostet ein Haus  ungefähr 1200€, davon bezahlt die Familie ungefähr 100€ und der Rest wird von Spenden finanziert. An diesem Wochenende wurden Häuser für 40 Familien in Luque und Capiatá gebaut, mit geschätzt 240 Freiwilligen. Am Freitag Abend ging es für mich mit dem Bus nach Luque, eine Stadt neben Asunción. Untergebracht waren wir Freiwilligen in einer Schule, direkt in dem Stadtteil in dem wir bauen. Wir kamen erst sehr spät an und sind nach dem Abendessen und einer Vorstellungsrunde auch direkt schlafen gegangen. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht (mit Schlafsack auf dem Boden) war um 6 Uhr aufstehen angesagt. Trotzdem waren wir voller Motivation und Tatendrang. Nach dem Frühstück und einer kurzen Einweisung über den Teil,  der samstags gebaut werden sollte, ging es dann mit Hammer, Handschuhen,  Maßband und Schaufel bewaffnet zu den Grundstücken. In der Schule waren wir an die 60 Leute und immer ungefähr zu sechst wurde  dann ein Haus gebaut. Die Familie für die meine Gruppe und ich das Haus bauen sollten, empfing uns schon aufgeregt. Es waren 5 Personen, die Eltern und 3 kleinere Kinder, die zwar bereits ein Haus aus einer Art Backstein besaßen, allerdings zu 5. in einem sehr beengtem Raum schliefen. Jeweils durch Vorhänge abgetrennt gab es ein kleines Bad mit Toilette und Dusche und einen kleine Raum mit Gasherd und Kühlschrank. Nun sollten sie  noch ein Techo Haus, und damit ein weiteres Zimmer in ihren Garten bekommen, um endlich, vorallem bei Regen, mehr Platz zu haben. Der Vater erzählte uns auch, dass er schon seit 6 Jahren auf dieses Haus wartet. Dann ging es los mit der Arbeit. Zuerst haben wir 15 Pfosten in den Boden eingegraben, die Mithilfe einer Wasserwaage (einem Schlauch mit Wasser drin) alle auf die selbe Höhe gebracht werden mussten. Der Vater der Familie half auch das ganze Wochenende mit.  

Stolzes Ergebnis des ersten Tages 

Dann war es auch schon Mittagessenszeit. Die Zutaten bringt Techo den Familien vorbei, die das dann für uns zubereiten. Am Nachmittag wurden dann Längsbalken auf den Pfosten befestigt, sowie 3 schon fertige Bodenplatten. 

Unser Arbeitstag endete ungefähr um 6 und dreckig und erschöpft ging es zurück in die Schule. Abends wurde dann noch gegessen und es gab  eine Diskussionsrunde über die Vor- und Nachteile eines solchen „Notfallhauses“. Bei Gitarre und spanischen Liedern klang der Tag dann erfolgreich aus und wir waren auch erst wieder ziemlich spät im Bett. Am Sonntag ging es dann weiter mit den Wänden, die auch bereits aus 6 fertigen Platten mit Öffnungen für Fenster und Tür bestanden, sowie dem Dach. Da es meine erste Konstruktion war, half ich vorallem beim Tragen und Halten der Wände während der Montage sowie beim Montieren der Fenster und Türen. Als dann alles fertig war, dekorierten wir den Innenraum noch ein wenig und es gab eine kleine Einweihung für die Familie, die ihr Weihnachtsfest nun schon im neuen Haus verbringen konnte. 

Es war eine einmalige Erfahrung und ein unglaubliches Gefühl am Ende zu sehen, was man alles schaffen kann und was alles möglich ist, wenn man es nur möchte. Und die Freude dieser Familie zu sehen, über das schönste Weihnachtsgeschenk, was man sich vorstellen kann. Am Samstag Abend wurden auch Impulse gegeben um einmal über folgende Fragen nachzudenken: Wie viele Schritte machst du vom Bett bis ins Bad? Vom Bett bis zum Kühlschrank? Wann hast du das letzte Mal darüber nachgedacht, wie wertvoll ein Dach über deinem Kopf ist? 

¡Feliz navidad! (Frohe Weihnachten!) 

Ich möchte euch allen wunderschöne Weihnachten wünschen!! Bei mir war dieses Jahr alles etwas anders als sonst. Seit einer Woche habe ich auch Ferien, die bis Ende Januar gehen und möchte am 3. Januar mit einer Freundin nach Buenos Aires und Uruguay fahren. Mir kommt es allerdings eher vor wie Sommerferien, hier ist gerade Hochsommer und über 30 Grad Hitze. 

Weihnachtsessen mit allen Kollegen zum Abschluss im Kindergarten 

Die Weihnachtszeit in Paraguay fängt offiziell am 9. Dezember (direkt nach dem Tag der Jungfrau von Caacupé) an. Allerdings ist schon in den Wochen vorher, vor allem in den Supermärkten, Weihnachtsdekoration zu finden. Im Mittelpunkt steht hier nicht der Weihnachtsbaum (meistens aus Plastik und mit blinkenden Lichtern und bunten Kugeln dekoriert), sondern die Krippe. Diese findet man in allen Formen und Größen und wird viel an den Straßenrändern verkauft. 

Große Krippe in einem Supermarkt 

Die Vorweihnachtszeit habe ich hier fast gar nicht mitbekommen, ohne Adventskalender, Adventskranz und Weihnachtsstimmung stellte sich oft die Frage, war nun der 2. oder doch schon der 3. Advent? Um etwas in Weihnachtsstimmung zu kommen, habe ich mit einer anderen Freiwilligen Plätzchen gebacken, da unser Ofen durch einen Stromausfall kaputt war. Die kamen so gut bei meiner Gastfamilie an und waren in innerhalb von 2 Tagen aufgegessen, sodass ich, als der Ofen repariert war, zusammen mit meiner Gastschwester neue gebacken habe. Das einzige „Weihnachtsgebäck“ was es hier sehr viel gibt, ist das Pan dulce, bei uns bekannt als Panettone. 

Regale voller Pan dulce 

Das eigentliche Weihnachtsfest findet, wie bei uns,  am 24. abends statt. Geschenke gibt es ursprünglich erst am 6. Januar, dem Tag der heiligen drei Könige. Diese Tradition zerfällt allerdings immer mehr, sodass es auch am 24., allerdings erst um Mitternacht, Geschenke gibt. Ich habe den Weihnachtsabend gestern mit meiner Gastfamilie verbracht. Meine große Gastschwester haben wir am späten Nachmittag zum Flughafen gebracht, da sie 2 Monate mit einer Freundin durch Europa reisen wird. Anschließend ging es nochmal nach Hause, um sich umzuziehen, da wir den Abend bei einer Freundin meiner Gastmutter verbracht haben. Traditionell tragen die Frauen an Weihnachten rot. Meine Gastmutter hatte mir mein Geschenk schon mittags gegeben, sodass ich für den Abend auch ein rotes Kleid hatte.(An Silvester trägt man übrigens weiß, deshalb habe ich das gleich Kleid nochmal in weiß bekommen). Um 9 Uhr wollten wir aufbrechen…. Ich saß dann mit meinem Gastvater und meiner Gastschwester noch eine Stunde im Wohnzimmer, bis dann auch meine Gastmutter fertig war. Bei Verabredungen oder Zeitangaben kann man meistens rechnen, dass es ungefähr eine Stunde später wird, dieses Phänomen nennt sich hier „hora paraguaya“ (paraguyische Stunde).  Es wurde draußen im Garten (unter Palmen)  gefeiert und es waren ungefähr 30 Leute da. Also ganz anders als mein Weihnachtsfest zuhause, das wir nur im kleinen Kreis der Familie verbringen. Abendessen gab es um 23:00 Uhr, ein großes Bufett mit Salaten, verschiedenem Fleisch (darunter auch Truthahn) und der typischen Sopa Paraguaya und Chipa Guazu. Demnächst wird auch ein extra Beitrag zum paraguayischen Essen erscheinen, der schon längst überfällig ist. Ein traditionelles Weihnachtsessen in Paraguay ist übrigens Kuhzunge, was es allerdings dort (Gott sei Dank) nicht gab. Den ganzen Abend lang kam ich mir etwas vor wie im falschen Film, da mich alles sehr viel mehr an Silvester als an Weihnachten erinnert hat. Den ganzen Abend über waren Feuerwerke zu hören und zu sehen und um Mitternacht wurde mit Sekt angestoßen um sich „Feliz Navidad“ zu wünschen und Wunderkerzen angezündet. Danach wurden die Geschenke verteilt und es gab Eis als Nachtisch. Meine Gastfamilie bekommt von mir ein Räuchermännchen, das mir meine Eltern geschickt haben, sowie Lebkuchen und Nutella. Gegen 2 ging es dann nachhause und ich bin totmüde ins bett gefallen. 

Mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester 

Mit meiner Gastschwester 

Auch wenn es sehr interessant war Weihnachten einmal ganz anders zu feiern, freue ich mich doch schon wieder auf nächstes Jahr und die typische Weihnachtszeit bei uns, mit Weihnachtsmarkt, Glühwein und Plätzchen und einem echten Weihnachtsbaum. Zudem bin ich gespannt wie dann das eigentliche Silvester nächste Woche hier aussieht… Ich werde euch auf dem Laufenden halten und wünsche euch noch schöne Feiertage!! 

La virgen de Caacupé (Die Jungfrau von Caacupé) 

Der Legende nach wurde ein Guaraní Krieger (Ureinwohner Paraguays) zur Zeit der Kolonialisierung von Kriegern eines verfeindeten Stammes verfolgt und versteckte sich hinter einem Strauch. Er bat die Jungfrau Maria um Hilfe und versprach zum Dank eine Statue von ihr aus dem Holz des Baumes zu schnitzen, wenn er überlebte. Er kam davon und schnitzte gleich 2 Statuen, eine größere für die Kirche von Tobatí und eine kleinere für seine Familie. Letztere steht heute in der Basilika in der Stadt Caacupé (was auf Guaraní „hinter dem Strauch“ bedeutet). 

Warum ich mir die Mühe gemacht habe das aufzuschreiben? Diese Statue ist der Grund dafür, dass Millionen von Menschen aus Paraguay und Nachbarländern jedes Jahr schon Tage und Wochen vor dem 8. Dezember, der deshalb Nationalfeiertag ist, nach Caacupé pilgern. Schon vor unserer Ausreise hatten andere Freiwillige und ich uns vorgenommen, uns dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen! Leider war für die gesamte Woche Dauerregen und Gewitter angesagt… Nichts desto trotz machte ich mich am 7. Dezember abends auf den Weg nach Ňemby, um die anderen Freiwilligen sowie den Gastvater eines Freiwilligen zu treffen, der jedes Jahr pilgert. Von dort aus ging es gegen 21:00 Uhr mit dem Bus etwa 1,5 Stunden nach Ypacarai, ein Sammelpunkt, von dem sehr viele Menschen aus loslaufen. Denn von dort sind es „nur noch“ ungefähr 17 Kilometer bis Caacupé… Schon die Busfahrt war ein Erlebnis schlecht hin, total überfüllt, obwohl an diesem Abend fast alle Busse nach Ypacarai fahren, verbrachten wir die Fahrt auf dem Boden sitzend umringt von grölenden, ausgelassen Paraguayern. Als wir ankamen regnete es bereist in Strömen, obwohl uns Kims Gastvater, ganz der typische Paraguayer, noch versichert hatte es wird nicht regnen und selbst ohne jegliches Gepäck oder Regenschutz losmaschiert war. Auch er besorgte sich dann noch eine Mülltüte… Mit Regencape  und Regenschirm ging es dann los, in einer riesigen Menschenmasse,  auf der dafür gesperrten Autobahn, immer weiter Richtung Caacupé. Es waren alle 4 Spuren voller Menschen und kein Anfang und kein Ende des Stroms in Sicht. Und nach einiger Zeit merkt man dann auch mit schmerzenden Füßen, dass 17 Kilometer doch kein Katzensprung sind…. Doch Müdigkeit und Schmerzen (man läuft übrigens wegen der Hitze bei Nacht) geraten in den Hintergrund, da es sehr viel zu entdecken gibt.  Überall an den Straßenrändern gibt es Grill- und Getränkestände und Öfen, in denen die typische Chipa (Gebäck aus Maismehl, Käse, Eiern, Stärke und Schmalz) zubereitet wird. Auch durch die Klänge der Reggeaton Musik und das Staunen über zahlreiche Paraguayer, die in Flip Flops laufen, verflog die Müdigkeit. Gegen halb 5 Uhr morgens erreichten wir dann Caacupé und schleppten uns mit letzter Kraft bis zur Basilika. In der ganzen Stadt campierten an den Straßenrändern schon hunderte von Menschen, um noch etwas Schlaf zu bekommen,  und auf den Plätzen um die Kirche hatten sich ebenfalls riesige Menschenmassen versammelt, um Messen und Gebete zu hören. Durch die Regenpause konnten auch wir uns noch 1,5 Stunden hinlegen. Am morgen schauten wir uns weiter  um, sahen das „heilige Wasser“,  das viele Menschen in Flaschen mitnehmen,  um es zu trinken wenn sie krank sind, kauften noch Souvenirs und machten uns gegen 9 Uhr morgens wieder auf den Rückweg (diesmal mit dem Bus), um endlich dem Regen zu entkommen… In die Kirche kam man an diesem Tag leider nicht rein, deshalb wollen wir unbedingt nochmal wann anders hinfahren. Aber in so einer Menschenmenge einen so weiten Weg zu laufen war trotz des bescheidenen Wetters eine einmalige Erfahrung! Deshalb kann ich nur sagen: Cansada y mojada –  pero feliz (Müde und nass – aber glücklich) und bereue nichts, trotz der eingefangenen Erkältung. 

Der typische Chipa Backofen 

La clausura (Die Schließung/der Schluss) 

Die Zeit vergeht wie im Flug! Kaum zu glauben, dass ich schon mehr als 4 Monate in Paraguay bin und es langsam auf Weihnachten zu geht. Von Weihnachtsstimmung ist hier allerdings nicht viel zu bemerken, man sieht zwar zahlreichen Weihmachtsschmuck aber durch das heiße (und in den letzten Tagen veregnete) Wetter merkt man kaum, dass morgen schon der 3. Advent ist. Deshalb habe ich heute für meine Kollegen und meine Gastfamilie Weihnachtsplätzchen gebacken. 

Auch in meinem Projekt geht es auf die Ferien zu. Nachdem die Ausstellung der Bastelarbeiten erfolgreich bestanden war, wurde es für kurze Zeit etwas ruhiger. Allerdings stand dann schon das nächste große Event an: die clausura aller 3 Gruppen an 3 verschiedenen Tagen. Die clausura meiner Gruppe fand letzten Mittwoch statt. Dies ist eine Art Abschlussveranstaltung bei der die Kinder ein Zertifikat erhalten, um in die nächste Gruppe zu kommen. Etwas übertrieben, meiner Meinung nach, das auch schon bei 3 und 4 jährigen Kindern so zu machen. Zudem wurden alle Kinder, aber vorallem die Mädchen schick hergerichtet und auch sehr stark geschminkt. Es kamen die Eltern der Kinder, um die feierliche Übergabe anzusehen. Die Kinder sangen noch 2 Lieder vor und tanzten 3 Tänze, davon ein traditioneller paraguayischer Tanz, die wir in den Tagen zuvor mühsam einstudiert hatten. Die Eltern waren so begeistert, dass sie nicht auf ihren Stühlen sitzen blieben sondern sich nach vorne drängten, um soviele Bilder wie möglich zu schießen. Zum Abschluss gab es noch ein Buffet mit mitgebrachten Sachen der Eltern. Ich konnte kaum glauben,  wie schnell alle Teller leer geräumt waren, da alle Eltern möglichst viel für sich und ihr Kind ergattern wollten, da dieses Essen für viele von ihnen die vermutlich einzige Mahlzeit des Tages darstellte… Nun kommen die Kinder noch eine Woche lang und am 15.12. beginnen dann auch für mich die großen Ferien, die erst am 31.1. enden. 

Mi cumpleaños (Mein Geburtstag) 

Ich kann immer noch nicht glauben, dass letzten Sonntag mein Geburtstag war, da alles etwas anders war als üblich. Zum einen natürlich das Wetter, mein erster Geburtstag bei 30 Grad und Sonne, und auch die Menschen um mich herum, die ich erst seit 4 Monaten oder weniger kenne aber schon unglaublich lieb gewonnen habe. Am Samstag abend hat eine Freundin ihren Geburtstag nachgefeiert, die ebenfalls in einer Gastfamilie in Ypane, ungefähr 1,5 Stunden von Asunción, wohnt. Wir haben bei ihr abend gegessen und auch in meinen Geburtstag reingefeiert. Es gab Chipa Guazú (Auflauf aus gequetschtem Mais, Eiern, Öl und Käse), Ofengemüse, Empanadas, Manioka und Würstchen. Ich habe bei ihr übernachtet und gemeinsam mit 3 anderen sind wir dann an meinem Geburtstag zu meiner Gastfamilie zurück nach Asunción gefahren und haben alle zusammen mittag gegessen. Es gab Lasagne, Bohnengemüse, Reissalat sowie Sopa Paraguaya (Auflauf aus Maismehl, Milch, Zwiebeln, Käse und Eiern) und zum Nachtisch eine richtig leckere Schoko Torte! Den Nachmittag verbrachten wir am Pool. Es war ein wirklich schöner Geburtstag! Am Freitag wollen wir in meinem Projekt meinen Geburtstag nachfeiern, da wir gerade noch mit dem Aufräumen des Chaos beschäftigt sind, das die Ausstellung hinterlassen hat. Die Bilder davon werde ich dann noch ergänzen! 

Abendessen in Ypane 

Mittagessen mit 4 anderen Freiwilligen und meiner Familie 

Sopa Paraguaya 

La exposición (Die Ausstellung) 

Langsam geht das paraguayische Schul- und Kindergartenjahr zu Ende, in vielen Schulen haben schon die Ferien begonnen, bei uns fehlt noch knapp ein Monat. Immer zum Ende des Jahres gibt es in meiner Kindertagesstätte eine große Ausstellung mit den Bastel Sachen der Kinder, dieses Jahr war sie am 19. November vormittags. Wochenlange Arbeit und Vorbereitung liegen hinter uns, da es einen sehr genauen Plan gab, welche Dinge alles bis zur Ausstellung fertig werden müssen. Als extra Thema gab es dieses Jahr „Musikinstrumente“ sowie eine Weihnachtsecke, die jedes Jahr etwas anders gestaltet wird. Zum Basteln wurden überwiegend Dinge verwendet, die kein Geld kosten. So bastelte ich mit meiner Gruppe Schweine aus Plastikflaschen, Schneemänner aus Bierdeckeln, Rasseln aus Astgablen und dazwischen gespannten Bierdeckeln, Enten und Schildkröten aus Plastiktellern oder Stiftebehälter aus halben Milchtüten. Am Freitag vor der Ausstellung kamen die Kinder nicht und wir hatten den ganzen Tag zum Aufbauen und Vorbereiten. Es wurden die Bastelsachen aller 3 Gruppen in einem Raum ausgestellt. Am Samstag Vormittag kamen dann die Kinder schick angezogen gemeinsam mit den Eltern um alles anzuschauen . 

El jardín botanico (Der Botanische Garten) 

Nachdem wir unseren Spanisch Kurs im Oktober beendet haben, haben wir nun auch samstags Zeit Asunción und die Umgebung zu erkunden. Mit dem spanisch klappt es mittlerweile schon recht gut, zumindest was das Verstehen angeht, beim Sprechen fehlen mit teilweise noch Wörter aber auch hier bemerke ich Fortschritte durch den ständigen Gebrauch auf der Arbeit und zuhause. Gestern nachmittag habe ich gemeinsam mit 3 anderen AFS Freiwilligen den botanischen Garten von Asunción besichtigt. Dabei sind wir einen Rundweg gegangen, der durch einen komplett naturbelassen Teil führt, und fühlten uns direkt ein wenig wie im Dschungel. Selbst durch die zahlreichen Moskitos und die teilweise kaum vorhanden Wege ließen wir uns nicht aufhalten. Allerdings wich der Besuch ein wenig von unserer Vorstellung ab, da es keinerlei Informationen zu Pflanzen gab. Dennoch war es ein schöner Nachmittag im Grünen.