¡Feliz navidad! (Frohe Weihnachten!) 

Ich möchte euch allen wunderschöne Weihnachten wünschen!! Bei mir war dieses Jahr alles etwas anders als sonst. Seit einer Woche habe ich auch Ferien, die bis Ende Januar gehen und möchte am 3. Januar mit einer Freundin nach Buenos Aires und Uruguay fahren. Mir kommt es allerdings eher vor wie Sommerferien, hier ist gerade Hochsommer und über 30 Grad Hitze. 

Weihnachtsessen mit allen Kollegen zum Abschluss im Kindergarten 

Die Weihnachtszeit in Paraguay fängt offiziell am 9. Dezember (direkt nach dem Tag der Jungfrau von Caacupé) an. Allerdings ist schon in den Wochen vorher, vor allem in den Supermärkten, Weihnachtsdekoration zu finden. Im Mittelpunkt steht hier nicht der Weihnachtsbaum (meistens aus Plastik und mit blinkenden Lichtern und bunten Kugeln dekoriert), sondern die Krippe. Diese findet man in allen Formen und Größen und wird viel an den Straßenrändern verkauft. 

Große Krippe in einem Supermarkt 

Die Vorweihnachtszeit habe ich hier fast gar nicht mitbekommen, ohne Adventskalender, Adventskranz und Weihnachtsstimmung stellte sich oft die Frage, war nun der 2. oder doch schon der 3. Advent? Um etwas in Weihnachtsstimmung zu kommen, habe ich mit einer anderen Freiwilligen Plätzchen gebacken, da unser Ofen durch einen Stromausfall kaputt war. Die kamen so gut bei meiner Gastfamilie an und waren in innerhalb von 2 Tagen aufgegessen, sodass ich, als der Ofen repariert war, zusammen mit meiner Gastschwester neue gebacken habe. Das einzige „Weihnachtsgebäck“ was es hier sehr viel gibt, ist das Pan dulce, bei uns bekannt als Panettone. 

Regale voller Pan dulce 

Das eigentliche Weihnachtsfest findet, wie bei uns,  am 24. abends statt. Geschenke gibt es ursprünglich erst am 6. Januar, dem Tag der heiligen drei Könige. Diese Tradition zerfällt allerdings immer mehr, sodass es auch am 24., allerdings erst um Mitternacht, Geschenke gibt. Ich habe den Weihnachtsabend gestern mit meiner Gastfamilie verbracht. Meine große Gastschwester haben wir am späten Nachmittag zum Flughafen gebracht, da sie 2 Monate mit einer Freundin durch Europa reisen wird. Anschließend ging es nochmal nach Hause, um sich umzuziehen, da wir den Abend bei einer Freundin meiner Gastmutter verbracht haben. Traditionell tragen die Frauen an Weihnachten rot. Meine Gastmutter hatte mir mein Geschenk schon mittags gegeben, sodass ich für den Abend auch ein rotes Kleid hatte.(An Silvester trägt man übrigens weiß, deshalb habe ich das gleich Kleid nochmal in weiß bekommen). Um 9 Uhr wollten wir aufbrechen…. Ich saß dann mit meinem Gastvater und meiner Gastschwester noch eine Stunde im Wohnzimmer, bis dann auch meine Gastmutter fertig war. Bei Verabredungen oder Zeitangaben kann man meistens rechnen, dass es ungefähr eine Stunde später wird, dieses Phänomen nennt sich hier „hora paraguaya“ (paraguyische Stunde).  Es wurde draußen im Garten (unter Palmen)  gefeiert und es waren ungefähr 30 Leute da. Also ganz anders als mein Weihnachtsfest zuhause, das wir nur im kleinen Kreis der Familie verbringen. Abendessen gab es um 23:00 Uhr, ein großes Bufett mit Salaten, verschiedenem Fleisch (darunter auch Truthahn) und der typischen Sopa Paraguaya und Chipa Guazu. Demnächst wird auch ein extra Beitrag zum paraguayischen Essen erscheinen, der schon längst überfällig ist. Ein traditionelles Weihnachtsessen in Paraguay ist übrigens Kuhzunge, was es allerdings dort (Gott sei Dank) nicht gab. Den ganzen Abend lang kam ich mir etwas vor wie im falschen Film, da mich alles sehr viel mehr an Silvester als an Weihnachten erinnert hat. Den ganzen Abend über waren Feuerwerke zu hören und zu sehen und um Mitternacht wurde mit Sekt angestoßen um sich „Feliz Navidad“ zu wünschen und Wunderkerzen angezündet. Danach wurden die Geschenke verteilt und es gab Eis als Nachtisch. Meine Gastfamilie bekommt von mir ein Räuchermännchen, das mir meine Eltern geschickt haben, sowie Lebkuchen und Nutella. Gegen 2 ging es dann nachhause und ich bin totmüde ins bett gefallen. 

Mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester 

Mit meiner Gastschwester 

Auch wenn es sehr interessant war Weihnachten einmal ganz anders zu feiern, freue ich mich doch schon wieder auf nächstes Jahr und die typische Weihnachtszeit bei uns, mit Weihnachtsmarkt, Glühwein und Plätzchen und einem echten Weihnachtsbaum. Zudem bin ich gespannt wie dann das eigentliche Silvester nächste Woche hier aussieht… Ich werde euch auf dem Laufenden halten und wünsche euch noch schöne Feiertage!! 

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